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10.10.2016 - PRESSEMITTEILUNG

Die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge dürfen nicht weiter industrialisiert werden!

Auf den Höhen des nördlichen Naturparks, den Limpurger Bergen, in der Region des lieblichen Bühlertals, Jagsttals bis an die bayerische Grenze im Osten soll die Windkraft vehement ausgebaut werden. Der Charakter der ländlich geprägten, idyllischen Landschaft wird dann nicht wieder zu erkennen sein, sollten diese Vorhaben Wirklichkeit werden.

Die Wälder der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge und der angrenzenden Regionen beheimaten nicht nur eine hohe Vielfalt an Tieren und Pflanzen, sondern bieten auch dem Mensch eine ruhige Heimat und Erholungsraum.

„Bei so einer Vielfalt an Arten in einer noch intakten abwechslungsreichen Landschaft mit einer großen Zahl sich abwechselnder Ökosysteme darf es nicht sein, dass wirtschaftliche Gründe der Windkraftindustrie vor die Belange des Naturschutzes gestellt werden“, so Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative. e.V.

Beobachtungen und Nachweise windkraftsensibler Arten in der Region der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge untermauern die Sensibilität des Raumes und erfordern einen behutsamen Umgang mit der Natur und nicht ihre Industrialisierung.

So gibt es zahlreiche Schwarzstorchbeobachtungen in den Limpurger Bergen, im Fischach- und Bühlertal sowie im Virngrund. Nach dem Fund eines abgegangenen Horstes mit Überresten von 2 Jungstörchen im Jahr 2016 ist es völlig klar, dass der Schwarzstorch im Bühlertal brütet. Zwischen 2013 und 2016 konnten Jäger und Spaziergänger, sogar teilweise mit Fotos, mindestens 70 Sichtungen verzeichnen. Bereits seit Ende der 90er Jahre liegen hier Beobachtungen des Schwarzstorches vor.

Bereits mehrmals gelangen auch Beobachtungen von Weißstörchen auf dem Zug. Ebenso weisen Beobachtungen darauf hin, dass im Fischachtal bei Weiler und Unterfischach von einem „Dichtezentrum“ des Rotmilans auszugehen ist.

„Wir fordern die zuständigen Behörden auf, die Genehmigung der 9 Windenenergieanlagen an der Kohlenstrasse sowie auch die Planungen bei Bühlertann, Bühlerzell und Rosenberg zurückzustellen und einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, um dieses Vorkommen wie auch das Vorkommen des Schwarzstorches großräumig zu überprüfen“, fordert die Biologin Jutta Ehrle, Fachbeirat der Naturschutzinitiative e.V., Region Landkreis Schwäbisch Hall.

Von besonderem Nachteil wirkt sich auch das Ignorieren der wissenschaftlich gestützten Empfehlungen des Helgoländer Papiers durch die baden-württembergische Landesregierung in Bezug auf den Schutzabstand des Rotmilans aus. „Wir fordern die Einhaltung der Empfehlungen des Helgoländer Papieres, das einen Schutzradius von mindestens 1.500 m für den Rotmilan vorsieht. Auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) bestätigte diese Forderung im März diesen Jahres eindeutig“, erklärte Landesvorsitzender Harry Neumann.

Viel zu wenig Beachtung findet außerdem die Vielfalt und Dichte der Fledermauspopulation in der Region. Bei Messungen in den Limpurger Bergen 2013 wurden in der Zugzeit der Fledermäuse 13 tief fliegende und 10 hoch fliegende Fledermausarten festgestellt, d.h. 23 von 24 in Baden Württemberg heimischen Arten fliegen in und in der Zugzeit über diese Region.

„Allein diese Tatsache sollte alle Windkraftplanungen in der ganzen Region großflächig verbieten. Abschaltmechanismen können die Fledermäuse offensichtlich nicht schützen, denn unter bereits gebauten Windindustrieanlagen eines sogenannten „Vorzeigeprojektes“ der Landesregierung, wurden zahlreiche tote Fledermäuse gefunden. Da alles in der Natur miteinander zusammenhängt, können Eingriffe in eine hochsensible, intakte Naturlandschaft in einem Biodiversitäts Desaster enden, das wir jetzt noch abwenden könnten“, so Biologin Jutta Ehrle, Fachbeirätin der NATURSCHUTZINITIATIVE.

Die Pressemitteilung hier als pdf: Keine Industrialisierung der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge