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28.11.2016 - PRESSEMITTEILUNG

NATURSCHUTZINITIATIVE und Bürger geschlossen gegen Windräder –

Erörterungstermin zum Windpark bewies, dass „Kuhbett“ nicht genehmigungsfähig ist 

Seit dem Erörterungstermin zum geplanten Windpark „Kuhbett“ in Bad Camberg am 18. Oktober ist nun klar, dass diese Windindustrieanlagen viel Gegenwind aus der Bevölkerung und Politik bekommen. Die Firma DunoAir Windpark Planung GmbH plant den Windpark mit sechs Windrädern mit einer Gesamthöhe von 207 Metern.

 Der Erörterungstermin fand an zwei vollen Tagen statt, da 120 Einwände gegen den Windpark eingegangen waren. Viele Einwender und Besucher aus den umliegenden Gemeinden fanden sich in dem großen Saal des Bürgerhauses ein und verbrachten mehr als 8 Stunden pro Tag in teils hitzigen Diskussionen.

 Auch die geschlossene Ablehnung der Windräder durch die Weilroder Politik ist beachtlich und sollte den Behörden ein klares Zeichen geben. Ebenso steht die Gemeinde Selters dem Projekt „Kuhbett“ skeptisch gegenüber.

Im Bereich der geplanten Anlagen findet sich neben weiteren 69 Vogelarten auch der Rotmilan. Dieser ist in seinem Bestand gefährdet und auch in Hessen wird weiterhin der Rückgang seiner Population verzeichnet. Dabei haben Hessen und Deutschland eine immense Verantwortung für den globalen Erhalt des Rotmilans – Deutschland beheimatet 50% der europäischen Gesamtpopulation, Hessen 5%.

DunoAir verweist aber nun darauf, dass die nah gelegenen Horste und somit die Brut der ansässigen Rotmilane angeblich nicht gefährdet sind. Zudem stellen sie die Möglichkeit der Abschaltung der Anlagen bei Thermik. Die Thermik, die sich direkt im geplanten Anlagengebiet regelmäßig aufbaut, wird von Greifvögeln nachweislich gerne zu Segelflügen zur Nahrungssuche genutzt. Da Greifvögel selten Meidungsverhalten in Bezug auf Windräder zeigen, ist davon auszugehen, dass diese die entstehende gute Thermik vor Ort auch weiterhin nutzen wollen, obwohl dort ein Hindernis erbaut wird. Man räumt ein, es sei zwar „methodisches Neuland“, aber „prinzipiell gut durchführbar“.

Aber wie kann etwas gut durchführbar sein, wenn es noch nicht erprobt ist? So ein Vorgehen widerspricht auch dem ‚Vorsorgeprinzip bei FFH Arten‘. Das Vorsorgeprinzip aus der EU Richtlinie beruht auf dem Grundsatz, Umweltbeeinträchtigungen mit Vorrang an ihrem Ursprung zu bekämpfen. „Prinzipielle“ Annahmen klingen dabei nach einem Feldversuch an realen Rotmilanen, welcher sicher nicht durch das BnatschG gestützt wird.

„Die Windpark Kuhbett GmbH und Co. KG bzw. DunoAir handelt hier rücksichtslos. Auf „gut Glück“ eine neue Methodik einzuplanen und dafür eine EU Richtlinie auszuhebeln widerspricht jeglicher verantwortungsvollen und nachhaltigen Praxis“, so Harry Neumann, Landesvorsitzender Hessen der NATURSCHUTZINITIATIVE e.V.

Die Naturschutzinitiative e.V. hatte in Bezug auf die Firma DunoAir auch schon im Fall des Windparks Weibern-Rieden Kritik geübt. Dort werden Windräder geplant, welche die dort lebenden Uhus so stark gefährden werden, dass DunoAir eine Ausnahme vom Tötungsverbot eingereicht hat. Die Naturschutzinitiative e.V. hält dieses Vorgehen für kontraproduktiv:

Was durch die Windenergieanlagen vor dem Klimawandel geschützt werden soll, wird weit vor dessen Auswirkungen bereits durch genau diese Anlagen zerstört.

„Zudem verhält sich DunoAir unseres Erachtens nach als unglaubwürdig in Sachen Artenschutz. Die Firma reicht einen Antrag auf Ausnahme zum Tötungsverbot ein, will aber hinterher nicht, dass diese Unterlagen eingesehen werden dürfen. DunoAir verweigert der SDG eine Weitergabe der Unterlagen zur Ausnahmegenehmigung zum Windpark Weibern-Rieden. Welche Folgen fürchtet DunoAir bei einem transparenten Verfahren?“, schließt Harry Neumann von der Naturschutzinitiative e.V.

Für Rückfragen

Harry Neumann, Bundes- und Landesvorsitzender Hessen

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Die Pressemitteilung hier als pdf: PM Kuhbett