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21.01.2022

Offener Brief zum Fluggeschehen der Kraniche bei Schlechtwetterlagen in der Eifel

 
Notrast der Kraniche am 26.12.2021 – Foto: Marion Zöller, NABU Euskirchen
 
LANUV
Vogelschutzwarte
z.Hd. Herr Dr. Matthias Kaiser
Leibnitzstrasse 10
45659 Recklinghausen

Kopie an: Kreis Euskirchen

 

Sehr geehrter Herr Dr. Kaiser, sehr geehrte Damen und Herren,

stetig wiederkehrend wird das Tötungsrisiko der Kraniche durch die Schlechtwetterlagen in signifikanter Weise im Bereich von Windanlagen und Stromleitungen erhöht. Das Kranichfluggeschehen in der Zeit vom 25. bis zum 27.Dezember spiegelte dies in beachtlicher Weise auch im Jahr 2021 wider.

Die Mittelstreckenzieher orientieren sich auf ihrem Zug an der Landschaft und sind auf gute Sicht angewiesen. Bei Schlechtwetterlagen gibt es erhebliche Orientierungsprobleme. Auch ist der wichtige Zusammenhalt der Fluggruppen erschwert, der eine energiesparende Reise gewährleistet.

Die äußerst ungünstige Wetterlage mit Sichtweiten von weniger als 100 m sorgte im gesamten Kreis Euskirchen zur Weihnachtszeit für ein „chaotisches“ Fluggeschehen der Kranichvögel. Laut rufend und wohl desorientiert flogen die Vögel mit großen Problemen die Trupps noch zusammenhalten zu können durch den Nebel. Die völlig entkräfteten Vögel wurden zu Notlandungen gezwungen, um auf besseres Flugwetter zu warten. In den Gemeinden der Höhenlagen des Kreises Euskirchen mit Hellenthal, Dahlem, Schleiden und Blankenheim konnten neben dem ordnungslosen Fluggeschehen zahlreiche Notlandungen der Kraniche photographisch dokumentiert werden. Nachweise hierzu können auf Rückfrage zur Verfügung gestellt werden.

In dieser Situation sind die Vögel vor allem im Bereich von Stromleitungen und Windanlagen von einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko betroffen. Die Gefahr in die Leitungsanlagen oder die Rotoren der Windanlagen zu fliegen und getötet zu werden, ist überaus groß. Dies ist Ihnen sicher hinlänglich bekannt.

Bereits im Oktober 2018 hatten die Naturschutzverbände das LANUV und die UNB Euskirchen angeschrieben, auf das signifikant erhöhte Tötungsrisiko beim Fluggeschehen der Kraniche zu Schlechtwetterlagen hingewiesen und um Abschaltung der Windanlagen in Zugbereich der Kraniche gebeten.

Bedauerlicherweise ist die Behörde dieser Bitte nicht nachgekommen, auch wenn es sich nur um wenige Tage oder sogar wenige Stunden handelte, an denen die Windanlagen abzuschalten wären.

Aufgrund des äußerst kritischen Fluggeschehens im Dezember 2021 bitten wir um eine neue Bewertung der Tötungssignifikanz während des Kranichzuges, bedingt durch die eingeschränkte Sicht bei Schlechtwetterlagen und während der Nachtflugzeiten. Durch ein gezieltes Monitoring vor Ort in den betroffenen Gemeinden unter Beteiligung der UNB Euskirchen und der Naturschutzverbände ist das erhöhte Tötungsrisiko bei Schlechtwetterlagen und Nachtflugzeiten zu belegen.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Kranichzug auch von anderen ziehenden Vogelarten begleitet wird, die ebenfalls durch die Windanlagen gefährdet sein können. Auch hier wird es ggf. zu einer signifikanten Erhöhung des Tötungsrisikos für die Arten kommen. 

Ähnlich sind die Probleme auch beim Limikolenzug zu sehen, also beim Zug von Kiebitz (Vanellus vanellus), Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) oder Bekassinen (Gallinago gallinago). Auch hier müsste bei Schlechtwetterlagen zur Kernzugzeit abgeschaltet werden.

Der immer stärkere Zubau der Höhenzüge des Kreis Euskirchen im Bereich der westlichen Kranichzugroute durch Windenergieanlagen verstärkt die kritische Situation des Fluggeschehens aller Zugvögel bei Schlechtwetterlagen.

Selbst wenn man vor dem Hintergrund einer geringen Schlagopferzahl an Kranichen von einem niedrigen Kollisionsrisiko ausgeht, muss man damit rechnen, dass ungünstige Konstellationen in Zusammenhang mit Schlechtwetterlagen und Nachtflugaktivitäten dieses Kollisionsrisiko erheblich erhöht wird.

Ein einfaches Instrument für den Schutz der Kraniche an Massenflugtagen bei Schlechtwetterlagen und während Nachtfluggeschehen wäre ein Monitoring durch Kranichflugbeobachter, die ein kritisches Fluggeschehen an die zuständigen Behörden melden. So wäre ein gezieltes Abschalten der Anlagen zum Schutz des Vogelzuges möglich.

Aufgrund des Geschehens im Dezember 2021 bitten wir Sie nochmals nachdrücklich, sich für den Schutz aller Zugvögel einzusetzen und beim Fluggeschehen während der Schlechtwetterlagen und bei Nachtflügen auch im Bereich der Windanlagen durch Abschaltung selbiger für einen sicheren Flug der Vögel zu sorgen.

Mit freundlichem Grüßen

Claudia Rapp-Lange                                                          Marion Zöller 
Länder- und Fachbeirätin NRW                                           Vorstandsmitglied NABU Euskirchen
der Naturschutzinitiative e.V. (NI)

                                                    

                                                                   

Notrast der Kraniche am 26.12.2021 – Foto: Marion Zöller, NABU Euskirchen

 

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