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"Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand"
                                                 -
Charles Darwin -

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18.05.2020 - PRESSEMITTEILUNG

zum Tag der Artenvielfalt am 22.05.2020

Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert:

Artensterben stoppen - 6 Schritte für mehr Artenvielfalt

Foto: Braunkehlchen/Naturschutzinitiative e.V. (NI)
Braunkehlchen und andere Wiesenbrüter befinden sich in Deutschland auf dem Sinkflug. Ihr Bestand ist um bis zu 85 % eingebrochen. Hauptursachen sind zu frühe Mahd, industrielle Landwirtschaft, Verlust an Lebensräumen und Pestizideinsatz.

 

„Gesellschaft und Politik müssen endlich aufwachen. Umfassender Naturschutz muss wieder oberste Priorität haben, damit die Ökosysteme durch menschliche Eingriffe nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht geraten“, erklärte Harry Neumann, Bundes- und Landesvorsitzender des Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Der Erhalt der Arten und funktionierender Ökosysteme sind die zentralen Zukunftsthemen. Die einseitige Ausrichtung auf den ebenfalls wichtigen Klimaschutz verdeckt jedoch die biologische Realität des Artensterbens wie z.B. das Vordringen des Menschen in vormals unberührte Natur, die  intensive Landnutzung, die Zerstörung der Wälder, die Ausbreitung von Monokulturen und der fortschreitende Lebensraumverlust.

Dramatischer Artenrückgang

Nach dem aktuellen Bericht des Weltbiodiversitätsrates zum Artensterben befinden sich
60 % der von der EU geschützten Arten in einem schlechten Erhaltungszustand. Die Arten, denen es ohnehin schon schlecht geht, sind weiterhin auf dem Sinkflug: 34 % geht es schlechter und nur 14 % besser. In Deutschland ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht, bei den Wirbeltieren sind es sogar zwei Drittel.

Der Verlust der Arten geht einher mit dem Verlust an Lebensräumen. So gibt auch der jüngste Nationale Bericht für die FFH-Richtlinie keine Entwarnung: der Erhaltungszustand von 41 % der Lebensraumtypen hat sich in den letzten 6 Jahren verschlechtert, nur bei 10 % ist eine Verbesserung festzustellen.

Mit der verfehlten Biospritpolitik befeuert die Bundesregierung die Rodung von Wäldern in Brasilien und in Indonesien für Palmöl. Mit einem Freihandelsabkommen mit Südamerika fördert sie den Import von Soja als Viehfutter, wodurch in Brasilien die Cerrados, die großen Savannen und Steppen, zerstört werden. In Deutschland zerstört sie unsere Wälder durch Windindustrieanlagen, Biodiversität durch Maismonokulturen und fördert den Flächenfraß durch Bau- und Industriegebiete, Straßen und Autobahnen. Der Einsatz für naturnahe und wilde Wälder ist völlig unzureichend.

Biodiversitätskonferenzen anstatt Weltklimakonferenzen

Die Weltgemeinschaft sollte nach der Pandemie die Chance ergreifen, eine neue globale Biodiversitätsstrategie mit klaren und verbindlichen Zielen zu beschließen. Wir brauchen umfassende Biodiversitätskonferenzen. Die auf nur ein Thema ausgerichteten Klimakonferenzen, die wesentliche Teile der ökologischen Belastungen unseres Planeten ausblenden, reichen nicht aus. Umfassender Natur- und Artenschutz ist weitaus mehr als nur Klimaschutz, betonte der Umweltverband.

 

Die Naturschutzinitiative (NI) fordert 6 Schritte, um das Artensterben wirksam zu stoppen:

  • Konsequente Umsetzung des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 und dessen Biotopverbundes für den Schutz der Arten und deren Lebensräumen, Ausweisung aller Natura 2000 Gebiete als Naturschutzgebiete
  • Schutz und Entwicklung naturnaher und wilder Wälder
  • Reform der europäischen Agrarpolitik nach dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, damit sich der Schutz der biologischen Vielfalt für die Landwirte lohnt
  • Drastische Reduzierung des Flächenverbrauchs für Straßen, Bau-, Gewerbe- und Industriegebiete zum Schutz von Lebensräumen und deren Vernetzung
  • Konsequentes Umsetzen der nationalen Biodiversitätsstrategie
  • Einsatz für eine ambitionierte europaweite Biodiversitätsstrategie, die deutlich mehr Gelder für den Naturschutz und die personelle Ausstattung der Naturschutzbehörden zur Verfügung stellt als bisher

„Es wird höchste Zeit zu handeln. Die Bundesregierung, die Bundesländer und die europäischen Institutionen müssen ihrer Verantwortung für mehr Artenschutz gerecht werden, um glaubwürdig zu bleiben. Denn der Erhalt und die Förderung der Arten und der Biologischen Vielfalt ist unser aller Lebensversicherung“, betonte Harry Neumann, Vorsitzender und Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

 

 

 

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