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02.06.2021

Wälder und Naturlandschaften als spirituelle Orte
Meditation - Kontemplation - Natur

Ein Gastbeitrag von Kapuzinerpater Joachim Wrede

Pater Joachim Wrede - Foto: Archiv/NI

Ich habe mich der Kontemplation verschrieben. Nicht die kopflastige Theologie möchte den Zugang zum Göttlichen/zur Religion eröffnen, sondern die Intuition, religiöse Innen- und Tiefenerfahrung. Impulse zu diesem Weg gibt es in allen Religionen. In unserer rational orientierten westlichen Welt sind sie allerdings in Vergessenheit geraten. Während meiner 14jährigen Zeit als Missionar in Südmexiko habe ich diesen Zugang zur Wirklichkeit in gelebter Form erfahren. Die naturverbundene Lebensweise der indianischen Urbevölkerung atmet diese Geistigkeit.

Wir abendländischen Menschen haben eine feindseligere Einstellung zur Natur entwickelt als viele ursprünglichen Völker. Lag es geschichtlich am Klima der nördlichen Breiten mit seinen Eiszeiten, die einen harten Lebenskampf erforderlich machten? Zumal in der Neuzeit haben wir uns noch mehr abgekoppelt von der Natur. Technik und Transport haben es möglich gemacht. Kritisch anfragen kann man auch den ideologischen Hintergrund des Abendlandes, die Bibel. Hat eventuell der erste Schöpfungsbericht des Buches Genesis mit seiner Aufforderung an den Menschen, sich die Schöpfung untertan zu machen, zu einer solchen Haltung beigetragen? „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie euch und herrscht über die Fische… Vögel… alle Tiere...“. Worte, die Erlaubnis geben können zu einem kruden, enthemmten Zugriff auf die Natur. Die Tatsache, dass der Mensch als „Bild Gottes“ geschaffen wurde, mag zusätzlich menschliche Hybris nähren und den Menschen veranlassen, sich als „Krone der Schöpfung“ über alles zu erheben und dabei zu vergessen, dass er Teil der Schöpfung ist und nicht abgespalten von ihr. Der zweite ältere Schöpfungsbericht (Gen.2), mit der uns sehr vertrauten Erzählung von „Adam und Eva im Garten Eden“, könnte die Schieflage korrigieren. Gottes Auftrag an den Menschen klingt hier sehr viel sorgfältiger: „Gott, der Herr, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte.“ Die Erde „bearbeiten und hüten“ d.h.: schützen, erhalten, pflegen. Ich denke: hätte der Schreiber des ersten Schöpfungsberichtes erahnt, in welchem Ausmaß der Mensch nach 2600 Jahren Einfluss nehmen kann auf Wohl und Wehe seiner Umwelt, hätte er seine Worte bedachtsamer gewählt, als er es tat zu einer Zeit, in der die Menschheit den Kräften der Natur einfach nur ausgeliefert war und unter schwierigen Bedingungen, die Erde bearbeiten musste („unterwerft sie euch und herrscht“), um sein tägliches Brot zu erarbeiten.

Über allem steht versöhnend das nach jedem Schöpfungstag betonende Bekenntnis: „Gott sah, dass es (sehr) gut war“. Chaos und Finsternis sind überwunden, Gottes wunderbare Schöpfung atmet Zusammenspiel und Harmonie. Diese Wirklichkeit wiederzuentdecken, wird dem heutigen Menschen echte Lebensqualität und Fülle eröffnen. Mystiker aller Kulturen, Religionen und Zeiten haben es immer schon erfahren. Ein Leben in Einklang mit der Schöpfung holt den Menschen zurück aus Gespaltenheit und Isolation - beschert ihm ein zentriertes Leben bis hin zur Erfahrung der großen Einheit von allem was existiert. „Glaub mir, ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in Büchern… was kein Lehrmeister Dir zu hören gibt.“ bekennt Bernhard von Clairvaux (+1153).

Wälder und Naturlandschaften sind spirituelle Orte in allen Religionen. Sensible Menschen wissen, dass Bäume Stress ableiten können. „Landschaften, die der Seele gut tun“ - wir haben sie im Moment noch, hier im Sauerland und an vielen anderen Orten in Deutschland, doch täglich gehen 60 ha Naturfläche (ca. 90 Fußballfelder) verloren für Gewerbe, Wohnungen, Verkehr….

Durch die Beziehung zur Natur und die Pflege religiöser Innenerfahrung entwickelt sich eine neue (alte) Einstellung zur Welt. Die vorherrschend materielle Haltung sieht alles unter dem Aspekt momentanen Nutzens. Gier und Raubbau sind unvermeidbare Folgen. Ein Mensch, der sich aufgehoben weiß in einer großen Einheit, hineingewoben in ein wunderbares großes Ganzes, wird anders handeln, wird pflegen, erhalten, behüten.

P. Joachim Wrede ofmcap, Schliprüthen/Finnentrop März 2021

 

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