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"Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand"
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31.05.2019 - PRESSEMITTEILUNG

Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert rabiate Saumpflege im FFH-Gebiet bei Herschbach im Unterwesterwald

Europa-Abgeordneter Ralf Seekatz soll sich für die kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft einsetzen!

Im europäischen Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Gebiet) „Unterwesterwald bei Herschbach“ wurden grasige Feldwege und Säume mit Wildkrautbeständen vollständig gemulcht. Hierauf wurde der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) durch den Naturschützer und Ornithologen Klaus Laux aufmerksam gemacht. Mit dieser Maßnahme wurden auch mögliche Nester von Feldlerchen zerstört. Die einzigen Strukturen, die noch stehen, sind die dichten Kulturen des Wintergetreides, das durch seinen dichten Stand den Feldlerchen keinen Brutplatz bietet.

Zudem fehlt auf den meisten Äckern aufgrund des Pestizideinsatzes die nötige Nahrungsgrundlage für die Feldvögel. Säume und grasige Feldwege werden bei dieser Entwicklung zu einem letzten Refugium und essentiellen Lebensraum.

„Hier wurden Brut- und Nahrungshabitate von Feldvögeln auf großer Fläche stark und in unnötiger Weise geschädigt. Besonders schlimm ist es, dass dies zur Brut- und Aufzuchtzeit geschah“, erklärte Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

„Gerade angesichts der katastrophalen Bestandssituation von Feldlerche und Wachtel, die in diesem Bereich noch vorkommen, ist diese Vorgehensweise völlig unverständlich. Die Feldflur muss insgesamt lebensfreundlicher gestaltet werden, da sie eine große Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt trägt. Es reicht bei weitem nicht aus, kleine Projektflächen zum Schutz der Wiesenbrüter zu schaffen. Die Zerstörung der Lebensräume muss endlich aufhören“, forderte Harry Neumann, Kreis- und Landesvorsitzender der NI.

„Wege und artenreiche Säume sind wertvolle Flächen für den Natur- und Artenschutz. Eine Mahd ist alternierend (nicht auf allen Flächen gleichzeitig) und prinzipiell nach der Brutsaison der Feldvögel durchzuführen. Dieses Mahdregime alleine reicht aber für den Schutz der Bodenbrüter bei weitem nicht aus. Zur Rettung von Feldlerche und Co. müssen noch verschiedene andere ökologische Maßnahmen hinzukommen. Wir sind gerne bereit, Landwirte entsprechend zu beraten“, so Immo Vollmer.

Im Sinne des Naturschutzes ist es kontraproduktiv, öffentliche Flächen in dieser radikalen Weise zu behandeln. Besonders im FFH-Gebiet und im Umfeld des angrenzenden Vogelschutzgebietes Westerwald müssen ausreichende und artenreiche Saumstrukturen sichergestellt werden.

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert zum Erhalt der Biologischen Vielfalt ein grundlegendes Umdenken in der konventionellen Landwirtschaft. Das ist nur mit einer entsprechenden Unterstützung der Landwirte möglich. Dazu ist eine Umstellung der europäischen Agrarsubventionen dringend erforderlich. Die Vergabe von öffentlichen Geldern muss an die Erbringung von öffentlichen Leistungen gebunden werden. Diese Tatsache sollte den politisch Verantwortlichen spätestens nach dem aktuellen UN-Weltbiodiversitätsbericht klar sein. Die NI fordert den neuen Westerwälder Europa-Abgeordneten Ralf Seekatz auf, sich in diesem Sinne für die Förderung einer kleinbäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft einzusetzen.

Fotos: Klaus Laux

 

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