Elster [Pica pica]

©Immo Vollmer

Den auffällig schwarz-weiß gefärbten Vogel kennen die meisten Menschen, denn in den letzten Jahrzehnten hat er sich immer mehr in Siedlungen verlagert. In alten Erzählungen gilt die Elster als intelligent, manchmal auch als diebisch, da einige Tiere eine Vorliebe für glänzendes Metall haben, das sie schon mal forttragen und im Nest einbauen. Elstern sind reaktionsschnell und haben eine große Auffassungsgabe.

Elster Fakten:
Lateinischer Name:Pica pica
Größe:ca. 45 cm, die Hälfte davon entfällt auf den langen Schwanz. Die Flügelspannweite beträgt 52-60 cm.
Besondere Kennzeichen:Mittelgroßer Rabenvogel mit schwarz-weißer Gefiederzeichnung und einem sehr langen Schwanz, der ihm einen sehr wendigen Flug ermöglicht. Je nach Lichteinfall bekommen die schwarzen Federn einen metallischen, teils blau-grünlichen Glanz. Meist hört man von den Elstern laut schackernde Warnrufe. Das Stimmrepertoire ist aber deutlich größer. So wird dem Partner ein leiser plaudernder Gesang vorgetragen, der auch Imitationen anderer Arten enthalten kann.
Gelege:Die Elster baut ein größeres, durch eine Überdachung kugelig wirkendes Nest auf Bäumen. Oft auffällig im äußeren Bereich von Laubbäumen gelegen, je nach Feinddruck aber auch versteckt in Nadelbäumen. Von Ende März bis Anfang Mai (meist April) werden 4-8 Eier werden gelegt. Nach ca. 2,5 Wochen Brut und einer Nestlingszeit von 3 Wochen verlassen meist 1-4 Jungvögel noch nicht ganz flügge das Nest, um als Ästlinge und in der Folge als flügge Jungvögel noch ca. 2 Monate bis zum selbständig werden gefüttert bzw. geführt zu werden.
Lebensraumansprüche:Halboffene Landschaften mit Gehölzen, Parks, Alleen und anderen Straßenbegleitgehölzen, Gärten und Siedlungsräume, die mit Bäumen strukturiert sind. Seit den 1950-er Jahren hat die zuvor mehr im Offenland anzutreffende Elster Siedlungen als Lebensraum besetzt, wo sie inzwischen die höchsten Siedlungsdichten aufweist. Die Art wird hier nicht bejagt und das Nahrungsangebot ist meist reichhaltiger als in der inzwischen meist monotonen und durch Biozide an Arten verarmten Feldflur.
Nahrung:Elstern sind Allesfresser und ernähren ihre Jungen nur zu einem kleineren Anteil mit Jungvögeln, Eiern und anderen kleinen Wirbeltieren. Die Hauptnahrung besteht im Sommer aus Würmern und Großinsekten, die meist auf kurz gehaltenen Rasenflächen gesucht werden. Im Herbst und Winter besteht ein vegetarischer Schwerpunkt - mit Nüssen, größeren Sämereien, Früchten oder Abfällen und Nahrungsresten in Siedlungsräumen. Gut haltbare Früchte werden zuweilen auch für den Winter versteckt.
Beobachtung im Jahreslauf:Die Elster beginnt schon ab Anfang Februar ein oder mehrere große Nester zu bauen. Davon wird ein als sicher erachtetes Nest ab etwa Anfang April als Brutplatz genutzt. Ästlinge treten ab Mitte Mai auf. Im Spätsommer lösen sich die Familien auf. Jungvögel schließen sich dann meist Trupps unverpaarter Artgenossen an, unter denen dann im folgenden Jahr die Partnerwahl stattfindet. Grundsätzlich bleiben Elstern ein Leben lang zusammen. Allerdings kommt es immer wieder zu Partnerverlusten, die dann jedoch meist aus der Nichtbrütergemeinschaft ergänzt werden. Das Revier wird ganzjährig besetzt und verteidigt. Lokal treffen Elstern abends zu Schlafgemeinschaften zusammen, diese sind aber nicht so auffällig und groß wie die von Rabenkrähen und Dohlen.
Für was steht die Art:Elstern haben einen teils schlechten Ruf, weil sie die Nester anderer Vogelarten plündern würden. Dies reduziere die Vielfalt an Vogelarten im Garten. Letztere Behauptung konnte aber bislang nicht durch wissenschaftliche Monitoringprogramme belegt werden. Ohne Zweifel erbeuten Elstern Nestlinge und Eier anderer Arten in der Zeit, wo die eigenen Jungtiere versorgt werden müssen und wo proteinreiche Nahrung benötigt wird. Aber diese Nahrung nutzen auch Eichelhäher, Eichhörnchen, alle marderartigen Tiere und Waschbären. Dazu kommen die Verluste an ausgeflogenen Jungtieren durch Katzen und Greifvögel. Alle langfristigen Flächenuntersuchungen zeigen vielmehr, dass die Singvogeldichte auch bei größerer Elsternpopulation nicht abnimmt. Gerade in Siedlungen mit größeren Elsterpopulationen gibt es oft die höchsten Dichten an Singvögeln.
Gefährdung:Elstern sind Allesfresser und ernähren ihre Jungen nur zu einem kleineren Anteil mit Jungvögeln, Eiern und anderen kleinen Wirbeltieren. Die Hauptnahrung besteht im Sommer aus Würmern und Großinsekten, die meist auf kurz gehaltenen Rasenflächen gesucht werden. Im Herbst und Winter besteht ein vegetarischer Schwerpunkt - mit Nüssen, größeren Sämereien, Früchten oder Abfällen und Nahrungsresten in Siedlungsräumen. Gut haltbare Früchte werden zuweilen auch für den Winter versteckt.
Schutzmaßnahmen:Spezielle Schutzmaßnahmen sind nicht erforderlich. Dennoch profitiert auch die Elster von einer gut durchgrünten Siedlung oder gut strukturiertem Offenland. Es ist mehr Toleranz gegenüber der Elster anzumahnen, da deren Bedeutung als Beutegreifer oft verkannt wird.
Besonderheiten:Elstern stehen wegen eines ähnlichen Nahrungsspektrums mit Rabenkrähen in starker Konkurrenz. Und gut die Hälfte der Brutverluste bei Elstern ist auf plündernde Rabenkrähen, die Konkurrenten loszuwerden wollen, zurückzuführen. Das ist auch der Grund, warum ein Elsternest (im Gegensatz zum Nest der Rabenkrähe) zum Schutz nach oben abgedeckt ist. Die Notwendigkeit ein Revier zu besetzen, die zwischenartliche Konkurrenz mit der Rabenkrähe und der natürliche Feinddruck (z.B. Habicht) sorgen dafür, dass Elsterpopulationen eine ausgewogene Größe haben.
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