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Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris)

Die europäische Wildkatze ist eine der seltensten einheimischen Säugetierarten und ist durch internationale Abkommen, wie dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (1973, Anhang II), der Berner Konvention (1979, Anhang II, streng geschützt) und der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (1992, FFH-Anhang IV) streng geschützt. Durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) 2009 § 1, § 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14 und § 44 wird die Art ebenfalls streng geschützt. In der Roten Liste Deutschlands (2009) wird sie als stark gefährdet eingestuft.

Die Europäische Wildkatze steht als Leitart stellvertretend für die Artengemeinschaft naturnaher älterer Waldlebensräume, insbesondere Buchen- und Eichenmischwälder. Sie ist auf große, zusammenhängende, naturnahe und störungsarme Wälder mit vielfältigen Strukturen und Biotopbestandteilen angewiesen und zeigt damit die Qualität eines von ihr bewohnten Gebietes im Hinblick auf Vielfalt an.

Die Nahrung der Wildkatze als spezialisiertem Kleintierjäger besteht vor allem aus Mäusen, insbesondere Wühlmäusen, denen sie überwiegend in Pirsch- und Lauerjagd nachstellt. Sie jagt vornehmlich an inneren und äußeren Waldrändern, Windwurfflächen und auf Wiesen und Brachen im Wald oder in dessen Nähe. Dort finden Mäuse und andere Kleintiere Deckung und Nahrung.

Die Ruhe- und Fortpflanzungsstätten der Wildkatze liegen unter anderem in deckungsreichen Waldbeständen, Dickichten, Gebüschen, Baum- und Wurzelhöhlen, Reisighaufen, Holzstapeln, Hochsitzen und Dachs- und Fuchsbauten.

Wildkatzen leben als Einzelgänger, haben aber regelmäßig Kontakt zu benachbarten Individuen. Weibliche Wildkatzen haben ein Streifgebiet von 3 bis 10 km², männliche Tiere von 5 bis 50 km². Idealerweise überschneidet sich das Streifgebiet eines Kuders (männliche Wildkatze) mit denen von 2 bis 3 Weibchen. Aber auch die Streifgebiete gleichgeschlechtlicher Tiere können sich überlagern.  

In Deutschland lebt die Wildkatze in einzelnen weitgehend isolierten Populationen in störungsarmen Rückzugsgebieten. Die Vernetzung dieser Lebensräume ist für das langfristige Überleben der Wildkatze als Art unumgänglich.

Der Straßenverkehr ist der Todfeind der Wildkatze. Die Zerschneidung unserer Landschaft durch Verkehrswege steht in engem Zusammenhang mit dem gesamten Populationsgeschehen. Die Eingriffe in den Lebensraum der Wildkatze durch den Bau von Windindustrieanlagen nehmen derzeit dramatisch zu. Über die Auswirkungen und langfristigen Einflüsse auf die streng geschützte Art ist so gut wie nichts bekannt.

Um die Existenz der Europäischen Wildkatze als Art langfristig zu sichern, müssen wir ihren Lebensraum erhalten, die Vernetzung von Populationen fördern und Möglichkeiten schaffen, die dieser Art eine sichere Querung unserer vielfältigen Verkehrswege erlaubt. Das heißt, wenn wir dieses einerseits scheue, andererseits faszinierende Tier weiterhin in unseren Wäldern beheimaten wollen, müssen wir Wälder mit großräumigen, weitgehend urtümlichen und ungestörten Bereichen zulassen, wo Bäume alt und hohl werden dürfen, die Verbindung von Waldgebieten durch strukturreiche Halboffenbereiche fördern und unsere Verkehrswege durch Grünbrücken und großräumige Wilddurchlässe überwindbar machen. Nur dann wird uns dieses schöne Wildtier erhalten bleiben. Alle Anstrengungen zum Schutz und Erhalt der "Leitart" Wildkatze kommen auch vielen anderen Arten zugute, bewahren und fördern unsere Biodiversität und erhalten letztendlich unsere Lebensgrundlagen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten!

Helfen Sie der Wildkatze und fördern Sie unsere Projekte. Zum Beispiel, indem Sie selbst eine Wildkatzenpatenschaft erwerben oder verschenken.