Hornisgrinde-Wolf durch Vergrämung schützen!
Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert verantwortungsvolles Verhalten!
Die Nachricht, dass für den Hornisgrinde-Wolf GW2672m erneut Vergrämungsmaßnahmen geplant sind, hat viele Menschen in der Region verunsichert. Nach allem, was in den vergangenen Monaten geschehen ist, ist diese Sorge nachvollziehbar. Zu groß ist die Befürchtung, dass am Ende doch wieder der Abschuss des Wolfes stehen könnte.
„Gleichzeitig bietet die angekündigte Vergrämung eine Chance, die wir ernst nehmen sollten. Denn wenn es gelingt, GW2672m wieder auf Abstand zum Menschen zu bringen, wäre viel gewonnen – für diesen Wolf, aber auch für den Umgang mit Wölfen in Baden-Württemberg. Dafür braucht es jetzt vor allem eines: Ruhe, Konsequenz und die Mithilfe aller“, erklärte
Alexandra Aelzenberger
Alexandra Aelzenberger Alexandra Aelzenberger ist Sprecherin der NI-Regionalgruppe Nordschwarzwald und Mitglied des Naturschutzreferates der Naturschutzinitiative.
, Sprecherin der Regionalgruppe der
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI).
Ein Wolf lernt aus seinen Erfahrungen. Genau darauf setzt die jetzt angekündigte Vergrämung. Sie kann nur funktionieren, wenn der Wolf möglichst keine positiven Erfahrungen mit der Nähe zum Menschen mehr macht. Jede einzelne Begegnung kann dabei eine Rolle spielen.
„Wichtig ist, dass die Vergrämung ausschließlich von den dafür zuständigen und kompetenten Stellen durchgeführt wird – eigenständige Maßnahmen oder gezielte Aktionen im Revier des Wolfes können den Erfolg gefährden und sollten daher unbedingt unterbleiben“, so
Gabriele Neumann
Gabriele Neumann Stv. Vorsitzende der Naturschutzinitiative e.V. (NI), Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren
, bundesweite Projektleiterin „Wolf“ der NI.
Abstand zum Wolf halten
„Deshalb ist gerade jetzt das Verhalten jedes Einzelnen von Bedeutung. Wer dem Wolf begegnet, sollte Abstand halten, ihn nicht verfolgen oder gezielt aufsuchen und auf jede Form der Annäherung verzichten. Wer mit einem Hund unterwegs ist, sollte das Gebiet meiden, in dem sich GW2672m bewegt. Ist ein Betreten nicht vermeidbar, muss der Hund durchgehend an der Leine geführt werden – und zwar so, dass kein Kontakt zum Wolf entstehen kann. Auch wenn die Versuchung groß sein mag, ein außergewöhnliches Tier wie GW2672m einmal selbst zu sehen oder zu fotografieren: Was für uns ein besonderes Erlebnis sein kann, kann für den Erfolg der Vergrämung genau das falsche Signal sein“, betonte Dr.
Wolfgang Epple
Wolfgang Epple Dr. rer. nat. Wolfgang Epple ist Biologe und Autor zahlreicher Bücher, u.a. auch von „Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar“ (2021) und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der NI an.
, Ethologe und
Wissenschaftlicher Beirat
Wissenschaftlicher Beirat Dieser Beirat setzt sich zusammen aus renommierten Naturwissenschaftlern und ausgewiesenen Experten auf ihren Fachgebieten. der Naturschutzinitiative e.V. (NI).
Und diese Verantwortung ende nicht an der Grenze des Nationalparks, betont die NI. GW2672m bewege sich in einem Revier, das weit über den Nationalpark Schwarzwald hinausreiche. Nur etwa ein Viertel seines Reviers liege innerhalb des Nationalparks. Was außerhalb geschehe, sei deshalb für die Entwicklung seines Verhaltens nicht weniger wichtig als das, was innerhalb des Nationalparks passiert.
„Es reicht also nicht, wenn innerhalb der Nationalparkgrenzen alles richtig gemacht wird, während der Wolf außerhalb weiterhin positive Erfahrungen mit Menschen sammeln kann. Die dringenden Empfehlungen gelten ebenso für Begegnungen mit Menschen und Hunden außerhalb des Nationalparks. Der Wolf kennt keine Verwaltungsgrenzen. Er unterscheidet nicht zwischen Nationalpark, Gemeindewald oder Privatwald“, so Dr. Epple.
Viele Akteure tragen Verantwortung
„Damit wird auch deutlich: Der Erfolg der angekündigten Maßnahmen liegt nicht allein in den Händen des Nationalparks. Viele Akteure tragen Verantwortung – und jeder, der sich im Lebensraum dieses Wolfes bewegt, kann dazu beitragen, dass der Versuch gelingt.
Gerade deshalb sollten wir die jetzt angekündigten Maßnahmen nicht vorschnell bewerten. Sie sind eine Chance, die es verdient, ernsthaft und möglichst ungestört erprobt zu werden. Es wäre bedauerlich, wenn ausgerechnet jetzt durch gut gemeinte, aber für den Wolf kontraproduktive Aktionen das Gegenteil erreicht würde“, erklärte Dr. Wolfgang Epple.
„Wir wünschen uns, dass dieser Versuch gelingt. Nicht aus blindem Vertrauen, sondern weil es die vernünftigste und für alle Beteiligten beste Lösung wäre: ein Wolf, der wieder Abstand hält, Menschen, die sich in seinem Lebensraum sicher bewegen können, und ein Beispiel dafür, dass Konflikte zwischen Mensch und Wildtier nicht zwangsläufig mit dem Abschuss eines Tieres enden müssen, was wir auch nicht klaglos hinnehmen würden. Denn das Abschießen eines
Wildtiere
Wildtiere Wir schützen Wildtiere! Unser ganzes Herz schlägt für den daseinsbedingten Schutz von Wildtieren.s im Nationalpark würde dessen Leitbild „Natur Natur sein lassen“ völlig konterkarieren“, so die NI.
Es braucht jetzt keine weiteren großen Aktionen oder demonstrative Schritte. Es braucht vor allem verantwortungsvolles Verhalten innerhalb und außerhalb des Nationalparks.
Vertrauen in die Arbeit des Nationalparks
„In diesem Zusammenhang begrüßen wir ausdrücklich, dass der Nationalpark Schwarzwald die Verantwortung für die Maßnahmen in seinem Zuständigkeitsbereich aktiv übernimmt und unseren Wissenschaftlichen Beirat Dr. Wolfgang Epple als Ethologen mit großer Erfahrung im Umgang mit Wölfen als Mitglied der dortigen Expertenrunde vorschlagen wird. Nach einem persönlichen Austausch mit Vertretern der Nationalparkverwaltung sind wir davon überzeugt, dass die Situation dort mit der nötigen Ernsthaftigkeit, Fachlichkeit, Verantwortungsbereitschaft und in Zusammenarbeit mit der NI angegangen wird. Wir haben Vertrauen in die Arbeit des Nationalparks und in die dort getroffenen Entscheidungen, gerade weil es jetzt darum geht, die angekündigten Maßnahmen ruhig, konsequent und möglichst ungestört umzusetzen“, erklärten Alexandra Aelzenberger und Gabriele Neumann.
„Umso bedauerlicher ist es, wenn diese fachlich ausgerichtete Vorgehensweise durch vorweggenommene politische Festlegungen der neuen Landwirtschaftsministerin überlagert wird. Die angekündigte Vergrämung sollte zunächst die faire Chance erhalten, ihre Wirkung zu entfalten. Statt das Ergebnis vorwegzunehmen, braucht es jetzt Vertrauen in den eingeschlagenen Weg und die Bereitschaft, den Verlauf sachlich zu bewerten“, so Dr. Wolfgang Epple.
Der Hornisgrinde-Wolf verdient die Chance, wieder Abstand zum Menschen zu gewinnen -und die zuständigen Fachleute verdienen die Möglichkeit, diesen Weg konsequent umzusetzen.
Großer Erfolg: Hornisgrinde-Wolf darf auch zukünftig nicht abgeschossen werden
Baden-Württemberg / Um Mitternacht ist die nach Auffassung der Naturschutzinitiative e.V. (NI) rechtswidrige Abschussgenehmigung für den Grauwolf-Rüden 2672m an der Hornisgrinde abgelaufen, ohne dass es dem „Spezialteam“ gelungen wäre, den Wolf nach wochenlanger Hatz zu erschießen.
Stellungnahme zur artenschutzrechtlichen Ausnahme zur Tötung des Hornisgrindewolfes
Von Dr. Wolfgang Epple / Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme zur artenschutzrechtlichen Ausnahme zur Tötung des Wolfes GW2672m aus Sicht der Biologie und des Verhaltens des Wolfs.
Der Wolf Hornisgrinde – Sinnbild für eine friedliche Koexistenz
Von Alexandra Aelzenberger / Die Natur hält uns mal wieder einen Spiegel vor. Ganz still, ohne Anklage – nur durch ihre bloße Gegenwart. Der Wolf auf der Hornisgrinde, GW2672m, ist solch ein Spiegel.
Naturschutzinitiative e.V. (NI) wird im Nordschwarzwald aktiv
BW / Nach der erfolgreichen Gründung der Regionalgruppe “Nordschwarzwald” mit über 100 Mitgliedern im Mai diesen Jahres fand in Sasbachwalden die erste Mitgliederversammlung der NI Regionalgruppe statt.
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