04.05.2026 - Pressemitteilung

Intakte Auen sind Kraftwerke der Natur!

Gerade bei sichtbaren Eingriffen in die Landschaft ist es wichtig, von Beginn an Vertrauen aufzubauen. Die Stiftung Natur und Umwelt hat bereits Exkursionen angeboten, weitere Informationsveranstaltungen zugesagt und konkret vorbereitet und die umfangreichen Planungsunterlagen veröffentlicht. Wir erinnern auch an die ersten Berichte über die Konzeption in dieser Zeitung am 9. April 2025. Statt einer fehlenden Bereitstellung von Informationen sehen wir eine hohe Bereitschaft zu einer frühen und detaillierten Informationspolitik.

Naturschutz und Erholung schließen sich nicht aus

„Die Nister wurde vor langer Zeit begradigt und die Aue wurde entwässert sowie eingeebnet, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Diese Eingriffe haben die Aue hier wie auch über große Streckenbereiche der Nister hin nachhaltig geschädigt: Typische LebensräumeLebensräume Wir schützen Lebensräume! Bedrohte Vielfalt schützen und erhalten! und Artengemeinschaften sind verloren gegangen. Besonders Auwälder und hiermit verzahnte Feuchtwälder sind ins Minimum geraten. Die Renaturierung versucht hier einen Beitrag zu leisten, die für das Gewässersystem der Nister relevanten Lebensräume wieder mehr ins Gleichgewicht zu rücken.“, betonte Dipl.-Biologe Immo VollmerImmo Vollmer Dipl.-Biologe und seit 2018 Naturschutzreferent der NI , Naturschutzreferent der NI.

„Grundsätzlich sieht die NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. (NI) auch gewisse Unwägbarkeiten für das Projekt, da eine natürliche Entwicklung nur bedingt planbar ist. Dennoch ergeben sich gerade im Miterleben natürlicher Prozesse schöne Beobachtungsaufgaben für die Allgemeinheit. Ein mäandrierender Fluss, Stillgewässer, Auenwälder und eine reich strukturierte Flusslandschaft sind für Erholungssuchende sehr attraktive Bereiche. Kein Wanderweg entlang der Nister wird gesperrt; im Gegenteil, die Maßnahme schafft neue Qualitäten, neue Eindrücke verbunden mit neuen Erlebnis- und Erfahrungsräumen“, erklärte Dr. Michael AltmoosMichael Altmoos Dr. Michael Altmoos ist Ökologe und Naturschützer und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der NI an. , Ökologe und Wissenschaftlicher BeiratWissenschaftlicher Beirat Dieser Beirat setzt sich zusammen aus renommierten Naturwissenschaftlern und ausgewiesenen Experten auf ihren Fachgebieten. der NI.

Wasserrückhalt und Klimaschutz: ein regionales Gebot

Renaturierte Auen speichern Wasser in der Fläche, verzögern den Abfluss und kühlen ihr Umfeld. Die geplante Verlängerung der Flussstrecke von 1,6 auf 2,2 Kilometer mit mäandrierendem, mehrarmigem Lauf ist kein Luxus – sie ist eine Investition in den Wasserhaushalt der Region.

Unser Appell

Wir rufen die Verbandsgemeinde Hachenburg auf, den konstruktiven Dialog mit der Stiftung Natur und Umwelt und allen Naturschutzverbänden zu suchen und die angebotenen Beteiligungsformate aktiv zu nutzen. Es besteht ein ausdrückliches Interesse,  entsprechende Angebote für die Erholungsnutzung zu schaffen. Die vorhandene Skepsis kann produktiv gemacht werden – etwa bei der Gestaltung des Informationspfades entlang des Projekts, der Einbindung lokaler Schulen und Naturschutzverbände. Eine generelle Ablehnung hingegen wäre nach Ansicht der NI eine verlorene Chance für die Nisterregion, denn eine lebendige Nisteraue wird Marienstatt langfristig auch touristisch attraktiver machen.

Zum Nachdenken: Naturverbrauch in der VG Hachenburg

„Wer Naturschutzmaßnahmen ablehnt, sollte auch die eigene Bilanz prüfen. In der Verbandsgemeinde Hachenburg wurden und werden in hohem Umfang regelmäßig Flächen versiegelt, Gewerbegebiete erschlossen und landwirtschaftliche Intensivnutzungen ausgeweitet – ohne vergleichbar intensive öffentliche Debatten. Nicht die Auenrenaturierung verändert das Landschaftsbild, sondern die Industriealisierung der WälderWälder Wir schützen Wälder! Wälder sind zumeist die naturnahesten Biotope und wertvolle, nicht ersetzbare Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Wald ist mehr als nur Holz. durch Windenergieanlagen gerade in den ökologisch wertvollsten Bereichen in der Verbandsgemeinde Hachenburg“, so Immo Vollmer.

Der Westerwald verliert jährlich durch Bebauung, Straßenbau und Entwässerungsmaßnahmen wertvolle Biotopflächen. Die Renaturierung der Nisteraue ist der seltene Fall, dass Flächen im Landeseigentum aktiv einer natürlichen Entwicklung zugeführt werden – eine Chance, die nicht leichtfertig blockiert werden sollte.

Aufruf zur maschinellen Abrüstung: Biber statt Bagger

„Nach vielen Erfahrungen ist die Natur und sind die Tiere die besten Baumeister und renaturieren die Nister effizient. ‚Biber statt Bagger‘ beweisen bereits vielerorts, dass auf aufwendigen Maschineneinsatz verzichtet werden kann und beste Renaturierungen von alleine entstehen – billiger ist das allemal. Wir rufen daher dazu auf, der Nister unbedingt neuen Raum, aber auch Zeit zu geben und beim Maschineneinsatz etwas „abzurüsten“. Man sollte deshalb nochmals überlegen, ob die bestehende Verbauung nicht an wenigen Stellen nur als Initialmaßnahme aufgebrochen werden kann und in wieweit größere Umgestaltungen reduziert werden können. Das reduziert Kosten und Eingriffsbilder und ist inhaltlich eine besonders zielführende Variante zum Wohle aller: Natur vollkommen machen lassen statt unvollkommen Natur machen zu wollen“, so Dr. Michael Altmoos.


© Naturschutzinitiative e.V. (NI) | Wir schützen Landschaften, Wälder, Wildtiere und Lebensräume
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