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05.10.2021

Naturschutzinitiative e.V. (NI):

Der Nauberg muss endlich Naturschutzgebiet werden!

Naturwaldreservat Nauberg - Foto: Harry Neumann/ Naturschutzinitiative e.V. (NI)   

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert bereits seit 2015, den Nauberg aufgrund seiner hohen ökologischen Wertigkeit als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Bedauerlicherweise wurde in den vergangenen 6 Jahren im nördlichen Rheinland-Pfalz jedoch kein einziges Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten sowie der Personalausstattung seiner Naturschutzbehörden zählt Rheinland-Pfalz ohnehin zu den bundesweiten Schlusslichtern. Die NI hofft, dass sich dies unter der neuen Umweltministerin ändert.

Wir begrüßen daher die Absicht des Umweltministeriums, den Nauberg endlich als Naturschutzgebiet auszuweisen und somit vor dem durch die Basalt AG beabsichtigten Raubbau zu schützen. Die neue Umweltministerin könnte bei Bedarf auch sofort eine vorläufige Sicherstellung als Naturschutzgebiet vornehmen, die für 2 Jahre gelten würde. In dieser Zeit könnte das formale Ausweisungsverfahren laufen.

Nach den der NI vorliegenden Informationen ist die SGD Nord als zuständige Behörde bereits damit beauftragt, dieses Ausweisungsverfahren durchzuführen.

Die Unterschutzstellung wäre der beste Schutz für das Klima, den Wasserhauhalt, den Wald, die Biologische Vielfalt und vor allem für die Lebensräume für Menschen und Tiere.

Ökologische Bedeutung des Naubergs

Der Nauberg im Oberwesterwald in Rheinland-Pfalz ist ein unzerschnittener bewaldeter Höhenrücken mit einem einzigartigen „Buchenwald auf Basalt“ mit einer sehr hohen biologischen Vielfalt. Das Gebiet erfüllt auch die Voraussetzungen für ein faktisches FFH- und Vogelschutzgebiet. Der Höhenrücken beherbergt zudem ein Naturwaldreservat mit über 180 Jahre alten Buchen auf Basalt.

Für den geplanten Basaltabbau durch die Basalt AG würden 23 ha wertvoller Wald zerstört und damit auch wichtiger Erholungsraum für die Menschen verloren gehen.

Ein Bericht der Zentralstelle der Forstverwaltung bestätigt die naturschutzfachliche Bewertung der NI zum hohen ökologischen Wert des Naubergs. Dieser Bericht der Zentralstelle der Forstverwaltung macht deutlich, dass dieser schwerwiegende Eingriff in das Ökosystem nicht ausgleichbar ist und daher auch nicht genehmigt werden darf.

Das Naturwaldreservat im Nauberg ist ein sehr gutes Beispiel, wie „Wälder der Zukunft“ als Ökosystem aussehen sollten:

Wiederbewaldung durch natürliche Sukzession, deutlich mehr Biomasse als in den bislang überwiegend ökonomisch bewirtschafteten Wäldern, deutliche Erhöhung des Baumbestandsalters, Zulassen von Alters- und Zerfallphasen, Zulassung einer natürlichen Walddynamik, Orientierung der Baumartenvielfalt an einheimischen Waldgesellschaften, hohe Biodiversität, Mikrohabitate- und Strukturen für Vögel, Fledermäuse, Insekten und Karnivoren, Verbleib von Wasser im Wald anstatt Entwässerung und Versiegelung, kein Schirmschlag (als vorgezogener Kahlschlag), der das Kronendach schädigt, mehr Waldwildnis. Daher sind im Naturwaldreservat Nauberg auch so gut wie keine Schäden durch die beiden letzten heißen Sommer zu erkennen und es ist reichlich Wasser vorhanden.

Die NI ist sich sicher, dass alle Politiker und Fraktionen in den Kommunen, Räten und den beiden Kreistagen die hohe ökologische Bedeutung dieses bewaldeten Höhenrückens mittlerweile erkannt haben und sich für eine schnelle Ausweisung als Naturschutzgebiet einsetzen werden. Die politischen Gremien sollten die Basalt AG auch öffentlich auffordern, ihre Abbaupläne endlich aufzugeben.

Dies wäre ein wichtiger, notwendiger und echter Beitrag zum Natur-, Arten- und Klimaschutz, so die NI.

Lesen Sie hierzu den Artikel "Naturschutzgebiet statt Basaltabbau am Nauberg?" aus der Westerwälder Zeitung vom 06.10.2021 >>>

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