23.06.2026 - Klartext

Einsatz für den Wachtelkönig in Thüringen

Ausgedehnte Feuchtwiesen im Apfelstädter Ried – Bild: Matthias Braun

Von Dagmar HirtDagmar Hirt Dagmar Hirt ist Sprecherin der NI-Regionalgruppe Hegau/Bodensee in Baden-Württemberg und Mitglied des Naturschutzreferates der Naturschutzinitiative.   und Matthias Braun /

Das Naturschutzgebiet Apfelstädter Ried liegt im Landkreis Gotha in Thüringen und zeichnet sich durch weite Wiesen und Schilf mit Reihen von Auwald und Gebüsch aus. Das Gebiet ist nicht durch Wege erschlossen und wird somit wenig durch menschliche Besucher gestört. Seit Neuestem sorgt ein Biber für die weitere Vernässung des Gebiets.

Am 13. Juni 2026 fand im Rahmen des „Monitorings häufiger Brutvögel“ eine frühmorgendliche Begehung des Apfelstädter Rieds durch Matthias Braun von der NI in Thüringen und Dagmar Hirt, Sprecherin der NI Regionalgruppe Hegau-Bodensee, statt. Die Wiesen waren noch nicht gemäht und standen fast einen Meter hoch, was die Begehung etwas mühselig gestaltete. Zum Ausgleich gab es ein schönes Vogelkonzert, zu dem zahlreiche Singvögel beitrugen: Einige Sumpfrohrsänger, Rohr- und GoldammerGoldammer Der Gesang der gelblich schimmernden Goldammer ist in Heckenlandschaften zu hören. Bis in den Spätsommer lässt die Goldammer immer noch ihre Stimme erklingen.n, Singdrossel, Feldschwirl, Dorngrasmücken und viele andere waren zu hören. Sogar der NeuntöterNeuntöter Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, hört sich eher nach einem Bösewicht als nach einem schutzbedürftigen kleinen Vogel an. ließ sich beobachten und ein Paar Rohrweihen führten ihren eleganten Flug vor.

Überraschend erklangen die Gesänge zweier Wachtelkönige. Diese Art war seit langer Zeit im letzten Jahr zum ersten Mal wieder hier beobachtet worden. Überhaupt ist der Wachtelkönig in Deutschland immer seltener zu hören, weil uns die großen und feuchten Wiesenlandschaften fehlen oder, wo sie noch vorhanden sind, viel zu intensiv bewirtschaftet werden. Wie man am Beispiel des Apfelstädter Rieds sieht, muss das nicht so sein.

Nach der Begehung erfolgte unmittelbar eine Meldung an die Naturschutzbehörde mit der Bitte, das Mähen der Wiese auf die Brut des Wachtelkönigs abzustimmen, um die Art dort dauerhaft zu halten.

Apfelstädter Ried mit Burgruine „Gleichen“ im Hintergrund – Bild: Matthias Braun


Ansprechpartner:

Dagmar Hirt Dipl.-Physikerin
Fachbeirätin Natur- und Artenschutz

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