Sensationeller Libellenfund
Helm-Azurjungfer bei Bebra entdeckt
Ein herausragender Fund gelang
Arno Werner
Arno Werner Arno Werner ist regionaler Länder- und Fachbeirat der NI für Hessen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Er engagiert sich seit 1970 ehrenamtlich im Naturschutz in Hessen und hat zahlreiche Projekte zur Erfassung und zum Schutz von Vögeln und anderen Arten initiiert.
, Länder- & Fachbeirat Hessen der
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI), bei seinem Libellenmonitoring im Naturschutzgebiet „Unterm Siegel bei Bebra“.
Er war an diesem Tag wieder mit der Kamera und dem Teleobjektiv unterwegs und schaute am Rand eines Wirtschaftsweges beim Naturschutzgebiet nach Libellen. Unter einer Vielzahl der häufigen Hufeisen-Azurjungfern entdeckte er erst durch den Blick der Kamera eine ihn unbekannte Art.
Es kam der Verdacht auf, das könnte eine Helm-Azurjungfer sein, die ebenso zu den Schlanklibellen gehört. Sie hat einen tiefblauen Körper und darauf ein schwarzes Muster. Mit einer Länge von etwa drei Zentimetern ist sie eine eher kleine Libelle.
Bestimmungsmerkmal
Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, um sie von ähnlichen Arten zu unterscheiden, ist beim Männchen der Helm-Azurjungfer eine schwarze Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibssegment. Dieses Merkmal sieht aus wie ein Kopf mit gehörntem Helm.
Da es mehrere Arten, wie z.B. die Hufeisen-, Becher- und Pokal-Azurjunger gibt, die sich zum Verwechseln ähneln, war es ein sehr großer Zufall, diese Libelle zwischen den andern zu lokalisieren und zu identifizieren. Glück und jahrelange Erfahrungen spielten da auch mit. Aber erst die genaue Betrachtung am PC brachte die endgültige Sicherheit und Freude, eine noch nie in Nordhessen nachgewiesene Art hier entdeckt zu haben.
Lebensraum
Die Helm-Azurjungfer besiedelt in der Regel langsam fließende Wiesenbäche und -gräben in wärmebegünstigten Lagen mit umgebendem Grünland. Die Bäche sollten nicht verkrautet sein, und das Wasser muss sauerstoffreich sein. Wichtig ist zudem, dass es dauerhaft, aber sehr langsam fließt. Voraussetzungen, die man kaum noch in unserer Landschaft antrifft. Jetzt ist es spannend, in der Umgebung der Fundstelle zu forschen, von wo aus diese seltene und gefährdete Libelle ins Naturschutzgebiet eingeflogen ist, da hier die Habitatansprüche eher nicht gegeben sind.
Flugzeiten und Standorttreue
Die Hauptflugzeiten sind die Monate Juni und Juli. Während ihrer kurzen Lebenszeit legt die Libelle nur sehr geringe Flugstrecken zurück. Nach Untersuchungen an markierten Individuen, sind es meist nur 100 m, selten bis 2 Kilometer. Veränderungen des Habitats können deshalb das Aussterberisiko stark erhöhen.
Gefährdung
In Hessen tritt die Helm- Azurjungfer nur lokal in der Wetterau und im Kinzigtal auf. Deshalb wird sie in der Roten Liste des Landes Hessen als stark gefährdet eingestuft.
In Deutschland gibt es nur wenige, oft isolierte Vorkommen. Die nächsten liegen in Thüringen. Dort ist die Gefährdung der Art ebenso hoch wie in Hessen.
Europaweit wird diese Libelle in der höchsten Schutzkategorie als Fauna-Flora-Habitat-Art gelistet, und dies unterstreicht damit den bedeutenden Fund.
Etwas Wissenswertes über die Libellen und ihre Verbreitung kann man auf der Internetseite Libellen im Kreis Hersfeld-Rotenburg erfahren: www.libellen-kreis-hersfeld-rotenburg.de