25.02.2026 - Neuigkeiten

„Informationsveranstaltung“ zur Windenergie

Bürger bei einer Mahnwache vor dem Eingang des Bürgerhauses in Wirges zu „Keine Windenergie im Wald“

NI fordert: Keine Windenergie im Wald!

Die Informationsveranstaltung der Verbandsgemeinden Wirges und Selters am 23.02.2026 zur Windenergie an den „Drei Eichen“ erinnerte eher an eine Verkaufsveranstaltung als an eine Informationsveranstaltung. Von den Projektierern, der Energieversorgung Mittelrhein (evm) und dem „Schwerpunktforstamt Windenergie“ in Kastellaun wurden die üblichen Narrative der „Weltrettung durch Windenergie in Wäldern“ vorgetragen. Erstaunlicherweise äußerte sich kaum ein Vertreter der Politik und der anwesenden Bürgermeister zu den von der evm angebotenen Pachtangeboten. Transparenz und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung sieht anders aus.

Die Umwandlung von Wäldern und noch naturnahen Lebensräumen in Energieindustriegebiete stellt, so die NI, eine der größten zusätzlichen Gefahren für die Biodiversität und damit für die Lebensgrundlagen von Menschen und Tieren dar.

In ihren Vorträgen auf der Informationsveranstaltung erläuterten Gabriele und Harry Neumann unter großem Beifall vor ca. 550 Teilnehmern die Gründe, warum sich die NI gegen diese Pläne ausspricht.

Maß- und Rücksichtslosigkeit

Die Pläne des Vorhabenträgers, der Energieversorgung Mittelrhein (evm), sind aus folgenden Gründen besonders maß- und rücksichtslos:

  • Die „Maßlosigkeit“ besteht in der weiträumigen Landschaftszerstörung durch die geplanten 270 m hohen Anlagen, die „Rücksichtslosigkeit“ zeigt sich in der Industrialisierung von wertvollen Waldregionen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien.
  • Zwei dieser Anlagen sollen mitten im FFH-Gebiet „Westerwälder Kuppenland“, einem europäischen Schutzgebiet, errichtet werden.
  • Regionalplanung: Diese sieht hier gar keine Vorrangflächen für Windkraft vor.
  • „Fachbeitrag Artenschutz“ der Landesregierung: danach sollen hier gar keine Windindustrieanlagen aufgestellt werden, da es sich um Waldflächen mit hoher Bedeutung für den Rotmilan und für Fledermäuse handelt.
  • Mindestens zwei der geplanten Anlagen sollen so nahe an geschützten Quellbächen errichtet werden, dass durch die enormen Fundamente und Bodenveränderungen eine Zerstörung des naturnahen Quellbachcharakters unvermeidbar erscheint.
  • Eine weitere Anlage ist innerhalb eines Wasserschutzgebietes geplant, das der Trinkwassergewinnung dient. Eine Havarie der WIA im Einzugsbereich der Brunnen werde zum Verlust der Trinkwassergewinnung führen.

Gabriele Neumann erläuterte anhand der hier vorkommenden 5 Leitarten Wildkatze, Fledermäuse, Rotmilan, Schwarzstorch und Mäusebussard die Bedeutung der Biodiversität für Mensch und Natur.

„Die hier vorgestellten Arten sind nur Beispiele für das Netzwerk des Lebens, in das auch wir als Menschen eingewoben sind. Wenn dieses Netzwerk zerstört wird, wird dies auch erhebliche Auswirkungen auf uns Menschen haben.“

Harry Neumann erklärte zum Abschluss:

„Es geht ums Ganze. Das Plangebiet ist hochsensibel. Verantwortungsbewusste Bürgermeister würden keinen Projektierer einladen, derartige Pläne in einem so hochwertigen Gebiet überhaupt vorzustellen.“

Zum Vortrag der NI


Ansprechpartner:

Gabriele Neumann
stv. Vorsitzende, Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren

mehr über Gabriele Neumann

Harry Neumann
Vorsitzender

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