05.11.2026 - Neuigkeiten

NI kritisiert mangelnden Ausgleich bei Kalksteinbrucherweiterung

Laubfrosch – Bild: Ingo Kühl

In einer Beteiligung an einer Änderungsgenehmigung für die Erweiterung des Abbaus von Kalkgestein am Standort Eigeltingen (Baden-Württemberg) kritisiert die NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. (NI) einen bisher fehlgelaufenen und unzureichenden Ausgleich.

Die restliche Kuppe des Dunzenbergs bei Eigeltingen (Hegau) soll dem Kalksteinabbau zum Opfer fallen. Sie trägt einen buchendominierten Wald, für dessen Flächenverlust kein adäquater Ausgleich geschaffen wird. Einzigartig an diesem Waldstandort war aber ein Feuchtgebiet, was auf einem nacheiszeitlichen Toteisloch entstanden ist und als flächenhaftes Naturdenkmal „Waldsee Dunzenberg“ ausgewiesen wurde. Hier fanden die für Baden-Württemberg bedeutenden Amphibien Laubfrosch, Springfrosch und Gelbbauchunke eine Fortpflanzungsstätte.

Nach einer bislang nicht geglückten „Verlegung“ dieses Biotops, bei dem Teile der Vegetation mit den darunterliegenden Bodenschichten in eine neue Hohlform übertragen wurden, fehlt den Amphibien nun das Wasser. Dieses stellte Dagmar HirtDagmar Hirt Dagmar Hirt ist Sprecherin der NI-Regionalgruppe Hegau/Bodensee in Baden-Württemberg und Mitglied des Naturschutzreferates der Naturschutzinitiative.   , Sprecherin der NI-Regionalgruppe Hegau/Bodensee bei einer Überprüfung der Maßnahme fest. Auch das Monitoring, was die Ausgleichsmaßnahme begleitet, konnte keinen Erfolg beschreiben. Dennoch spricht der Abbauantrag von einem Erfolg der Maßnahme und möchte es bei den bisherigen Maßnahmen belassen. Eine Nachbesserung und Erweiterung der Ersatzkonzeption wird von der NI als Bedingung für eine Genehmigung gefordert.

Details dazu, insbesondere zu den besonderen Ausgleichserfordernissen der streng geschützten Amphibien Laubfrosch, Springfrosch und Geburtshelferkröte, sind in der hier einsehbaren Stellungnahme zu lesen.

Lesen Sie hier die NI-Stellungnahme
Eine viel zu klein konzipierte Restwasserfläche liegt mangels Wasserhaltefähigkeit im überwiegenden Teil des Jahres trocken. Geeignete Ausweichgewässer gibt es nicht oder solche entstehen nur periodisch beim Abbau. Für Laubfrosch und Springfrosch kein zusagendes Habitat – Bild: Dagmar Hirt
Der Springfrosch ist besonders in Feuchtwäldern zuhause. Er sieht dem Grasfrosch recht ähnlich, hat aber u.a. eine spitzere Schnauze. Er braucht früh im Jahr stehende Gewässer, die möglichst bis Mitte August bestehen sollten – Bild: Immo Vollmer


Ansprechpartner:

Dagmar Hirt Dipl.-Physikerin
Fachbeirätin Natur- und Artenschutz

mehr über Dagmar Hirt

Immo Vollmer Dipl.-Biologe
Referent für Natur- und Artenschutz, Fachplanungen

mehr über Immo Vollmer
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