15.01.2026 - Neuigkeiten

Volles Haus in Helferskirchen – Keine Windenergie im Wald!

Volles Haus in Helferskirchen

BI und NI fordern: Keine Windenergie im Wald!

Fast 300 Bürger folgten der Einladung der Bürgerinitiative „Erhaltet unsere Natur und WälderWälder Wir schützen Wälder! Wälder sind zumeist die naturnahesten Biotope und wertvolle, nicht ersetzbare Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Wald ist mehr als nur Holz.“ zu einer Informationsveranstaltung in Helferskirchen. Eindringlich forderten die BI-Sprecher Tanja Leicher und Peter Weber die anwesenden Bürgermeister und Ratsmitglieder auf, keine Flächen für die Errichtung von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen. „Wir werden weiter Widerstand leisten und haben bereits über 2.200 Unterstützer, Mitglieder und Förderer“, betonten die BI-Vertreter.

Hauptredner des Infoabends war Dr. Michael AltmoosMichael Altmoos Dr. Michael Altmoos ist Ökologe und Naturschützer und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der NI an. , Biologe, Ökologe und Wissenschaftlicher BeiratWissenschaftlicher Beirat Dieser Beirat setzt sich zusammen aus renommierten Naturwissenschaftlern und ausgewiesenen Experten auf ihren Fachgebieten. der NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI).

Zu Beginn der Veranstaltung präsentierte Harry NeumannHarry Neumann Vorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI) , Vorsitzender der NI, einen die Zuschauer sehr berührenden Multivisionsvortrag, der die brutale Zerstörung unserer Wälder durch Windenergieanlagen vor Augen führte.

Begrüßungsrede u. Multivision Harry Neumann

Vortrag von Dr. Michael Altmoos

Windenergie im Wald: Verlieren wir das Maß? Für Waldkraft statt Windkraft!

Um Windräder toben oft Glaubensfragen. Schauen wir lieber auf die Fakten – und finden Lösungen:

Anwendungsgrenzen von Windenergie

Windräder erzeugen Strom, und das ist gut. Allerdings wird dieser insgesamt unzuverlässig bereitgestellt, nämlich dann, wenn Wind weht: es handelt sich um volatile Energie. Es fehlen auf längere Sicht trotz einiger spannender Neuentwicklungen ausreichend Speicher, um aus Überschüssen für wind- und sonnenarmen Zeiten zuverlässig Energie bereit zu stellen.

Deutschland ist aber bereits mit fast 31.000 Windrädern gut ausgestattet. An windreichen Phasen werden heute schon enorm viele Überschüsse produziert, viel mehr als benötigt. Oft werden daher bestehende Windräder abgeregelt. Und in windarmen Zeiten nützen selbst hunderte neue Windräder nichts. Ohne Speicher sind weiterhin konventionelle Kraftwerke, Atom, Kohle oder stattdessen (jetzt) Gas nötig, die weiterhin enorme Umweltschäden verursachen. Mit Windkraft werden diese also nur wenig bis kaum ersetzt.

Stromnetze und Speicherlösungen hinken aber dem derzeit forcierten Windradausbau hinterher. Statt unsinniger neuer Materialschlachten sollte aber eine vernünftigere Synchronisation mit Bedarf, Netz- und Speicherentwicklung erfolgen. Möglicherweise sind dann so viele neue Windräder nicht mehr nötig.

Solange geht es gegen Maßlosigkeit und falsche Standorte – und für einen Ausbaustopp!

Ökologische Schäden durch Windindustrie

Der Windkraftausbau ist kritisch zu sehen, weil er schwere Schäden verursachen kann. Gängigen „Fakten-Checks“, die diese verharmlosen, muss wirklich faktenbasiert entgegengetreten werden:

Für Windindustrieanlagen wird eine Rohstoffausbeutung mit angetrieben, die wir eigentlich minimieren und nicht ergänzen sollten. Viele Komponenten entstammen globalen Märkten, derzeit größtenteils China. Windkraft ist also doch keine regional unabhängig machende Energieform.

Wichtig ist zu erkennen, dass Bau und Betrieb von Windrädern gerade im Wald schwerste Schäden verursachen, die auf Bildern der Realität Jedem erschreckend deutlich werden (siehe Ausführungen auch von Harry Neumann, NI). Dabei ist wichtig zu erkennen, dass die letztliche dauerhafte Stellfläche von Windrädern und waldfreie Flächen nicht das entscheidende Maß ist. Von Befürwortern der Windenergie wird angeführt, dass nur < 1 Hektar Wald plus Zuwegungen verloren geht und hochgerechnet auf die gesamte Waldfläche einer Region das letztlich verschwindend gering wäre. Dem muss man klar entgegenhalten, dass es tiefgreifende und weit wirkende Schäden über diese Stellflächen und Zuwege hinaus gibt:

Die enormen Bodenverdichtungen strahlen in die Umgebung, untergraben buchstäblich die so wichtige Schwammfunktion des Lebensraums. Das Waldklima und Potenzial für natürlichen Klimaschutz wird entwertet, der Wasserhaushalt kann weit wirkend beeinträchtigt werden. Der größere Lebensraumkomplex und Waldzusammenhang wird schwer geschädigt. Fledermäuse und Vögel erleiden Habitatverluste und Todesraten, die entgegen anderweitigen Behauptungen schwer wieder ausgleichbar sind. Entgegen irreführenden pauschalen Vergleichen, dass doch viel mehr Vögel an Verkehrswegen, Glasscheiben und durch Katzen sterben würden, muss klargestellt werden, dass es mit Windrädern ganz andere wertvolle Arten mit oft geringer Vermehrungsquote trifft. Kollisionsschutzsysteme und Abschaltzeiten reduzieren zwar Todesraten, aber oft nicht genug und es bleibt eine strukturelle nicht ausgleichbare Lebensraumschädigung. Und es zählt jedes Tier.

Auch Landschaft ist keine bloße Geschmacksfrage, sondern ganzheitlicher Lebensraum, lebenswichtige Ästhetik-Erfahrung und großräumiges Schutzgut, ein Hort- und Gesundheitsraum für Tiere und Menschen. Es geht ums Ganze!

Zwar sind LandschaftenLandschaften Wir schützen Landschaften! Landschaft ist eine wichtige Grundlage für Biodiversität. wie Natur immer dynamisch, sie dürfen sich ändern und nicht Allen muss Alles gefallen, aber Windräder sorgen für abrupte, schadhafte, und zu großdimensionierte Überformungen. Wir sprechen von der größten schadhaften und schnellsten Landschaftsumgestaltung, die es je gegeben hat.

Geld Geld Geld?

Sachdiskussionen haben aber keine Chance, wenn es nur ums Geld durch Pachteinnahmen oder buchstäblich eventuell „windige“ Beteiligungen geht. Gier frisst Hirn?

Man muss die Finanzsorgen und Zwänge von Kommunen zwar anerkennen. Aber die Lösung kann nicht darin bestehen, solche Schäden in Kauf zu nehmen und somit wesentliche und langfristig viel wertvollere Lebensgrundlagen zu zerstören.

Lösungen gegen die Geldnot sollten angemessene und ohnehin überfällige Strukturreformen in der Geld- und Lastenverteilung von Bund, Land und Kommunen sein – keine Gemeinde sollte sich die Natur verbauen. Das ist auch ein Gebot einer gemeinnützigen Ethik mit nachhaltig angelegten Entscheidungen statt kurzfristigem Einnahmedenken. Genau dafür sind unsere Gemeinden da.

Lösungschancen und Natur– die positive Kraft

Es ist wichtig, den nötigen Widerstand gegen Windkraftpläne mit etwas Positivem zu verbinden – mit möglichen Lösungen: Windräder können weiträumig an schon bestehende vorbelastete Infrastruktur gekoppelt werden unter Aussparung lebensraumreicher Landschaften und Wäldern. Auch andere („regenerative“) Energien sind derart zu kombinieren, dass Natur und mögliche Schäden ernst genommen werden und nur dort schonend gebaut wird, wo es sinnvoll und unschädlich ist: Solar auf Dächer und Infrastrukturen, nicht auf Freiflächen! Biomasse aus Reststoffen, nicht aus Monokulturen! Trotz steigendem Strombedarf gilt Maßhalten und Energieeffizienz. Dann kämen wir weit.

Nicht zuletzt benötigen wir mehr statt weniger Naturschutz, auch für unser Klima: Wir brauchen Natur- und Renaturierungs-Offensiven statt dem skandalösen derzeitigen Abbau von Naturschutz- und Beteiligungsstandards. Wir wollen mit Freude und Lust unverbaute LebensräumeLebensräume Wir schützen Lebensräume! Bedrohte Vielfalt schützen und erhalten!, wunderbare Tiere und Gemeinschaften achtsam entdecken, ja deren Wert begeistert weitertragen. Wir wollen Natur wieder kennenlernen. Was man kennt, schützt man und trägt es begeistert weiter.

Dann könnten Energieziele und Naturschutz übereinkommen. Dafür lohnt es sich einzusetzen. Das entfaltet positive Kraft – aber dazu gehört als Teilschritt jetzt auch der deutliche Widerstand gegen Windräder besonders im Wald. In Helferskirchen und überall.

Rhein-Zeitung: „Windparkgegner nehmen Kommunalpolitik in die Pflicht“

 

Bild: Immo Vollmer


Ansprechpartner:

Dr. Michael Altmoos
Dipl.-Biologe

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Harry Neumann
Vorsitzender

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