Mit der Naturschutzinitiative e.V. (NI) die Natur- und Naturschutzgeschichte am Drachenfels erleben
Während einer Exkursion der
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI) zum Drachenfels, an den vielleicht berühmtesten Teil des Siebengebirges, konnten die 22 Teilnehmer die besondere Naturvielfalt bewundern. Dipl.-Biologe
Immo Vollmer
Immo Vollmer Dipl.-Biologe und seit 2018 Naturschutzreferent der NI
und Naturschutzreferent der NI aus Hennef erläuterte, dass eine besondere standörtliche Vielfalt zur Folge habe, dass kaum an einem anderen Ort so viele natürliche Waldbaum-Vergesellschaften zu betrachten seien wie in diesem Gebiet.
So konnte der Wechsel zwischen dem Hochwald zu Felsgebüschen und den nur mit besonders angepassten
Pflanzen
Pflanzen Pflanzen sind ein wichtiger Teil der Biodiversität. Sie ist unsere Lebensgrundlage, aber mehr als nur Artenvielfalt. Ohne Pflanzen wäre ein Leben für uns Menschen auf der Erde nicht möglich. bewachsenen Felsklippen gut studiert werden.
Auch die einzigartige Landschaft und Geologie des Siebengebirges erschließe sich auch am besten an diesem Ort. „Damit ist auch der Ursprung des Naturschutzes in Deutschland gekoppelt, denn der Berg war nach 1820 vom fortschreitenden Abbau bedroht. Getragen von der Rheinromantik setzten sich damals breite Bevölkerungsschichten für den Schutz ein, so dass der preußische Staat in 1828 den weiteren Abbau verbot und in 1836 ein Schutzgebiet auswies, was auch das Erste für das heutige Deutschland war“, so Immo Vollmer.
Der Biologe erläuterte vor dem Schloss Drachenburg, der auch Sitz der Stiftung Naturschutzgeschichte ist, dass sich im Siebengebirge alle folgenden Entwicklungen im Naturschutz bis heute gut nachvollziehen ließen. Ging es von 1828 mit dem Natur- und Landschaftsschutz bis in die nahe Gegenwart eher aufwärts, so müsse die Naturschutzinitiative (NI) in ihrer täglichen Arbeit als Anwalt der Natur mittlerweile feststellen, dass der Natur- und Landschaftsschutz bei den politischen Akteuren sehr stark an Bedeutung verloren habe. „Passend“ dazu mussten die Teilnehmer erfahren, dass das in der Vorburg im Jahr 2000 eingerichtete Deutsche Museum für Naturschutzgeschichte nun auf Dauer geschlossen habe.
Immo Vollmer und
Harry Neumann
Harry Neumann Vorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI)
, Landesvorsitzender der NI in Nordrhein/Westfalen, sehen hier Zusammenhänge mit dem Aufkommen eines rein technisch geplanten Klimaschutzes, der nicht das gesamte Ökosystem im Blick habe. Der Schutz der Arten und der
Lebensräume
Lebensräume Wir schützen Lebensräume! Bedrohte Vielfalt schützen und erhalten! gerate durch die Gesetze zur Schwächung des Naturschutzes seit 2022 zunehmend unter die Räder.
Im letzten Teil der Wanderung konnten die Teilnehmer die beeindruckenden Klippen des Drachenfelses von unten bewundern. Die Teilnehmer sahen eine schon fast mediterran anmutende Weinbaugegend mit wärmeliebenden Arten wie Mauereidechse, Blauschwarze Holzbiene oder Kurzschwänzigem Bläuling. Der Blick auf das sogenannte „Drachenloch“ gab Phantasien Raum: Lag hier das Rheingold, dass der Drache Fafner hier einst behütete und das nach Siegfrieds Raub niemanden Glück gebracht habe? Sind Wanderfalke, der hoch auf den Klippen zu sehen war, oder der Uhu, von dem Kotreste seine Anwesenheit verrieten, vielleicht Meldeboten für den Göttervater Wotan, da es einen neuen Schatz zu bewachen gelte, den die Nibelungenzwerge unter dem Zwergenkönig Alberich in der Zwischenzeit wieder neu zusammengeschmiedet haben?
Die Teilnehmer erfuhren eindrücklich, dass es im Siebengebirge einen außergewöhnlichen Schatz zu bewahren gebe, nämlich die Natur und Landschaft. Und wie vor anderthalb tausend Jahren sei dieser Schatz weltweit gesehen durch die menschliche Gier nach Reichtum und Macht gefährdet. Das 1876 uraufgeführte Epos „Ring der Nibelungen“ mit dem Richard Wagner das Thema aufgriff, auch um den Menschen einen Spiegel ihrer selbst vorzuhalten, habe heute nichts an seiner Aktualität verloren, so der Naturschutzverband.