15.01.2026 - Pressemitteilung

Rotmilanteam der NI stellt Langzeitmonitoring vor

Bild: Arno Werner

Was die Ehrenamtlichen ermittelten

Von 2013 bis 2024 waren die ehrenamtlichen Naturschützer der NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI) auf einer Fläche von etwa 60 km² (6.000 ha) im Stölzinger Gebirge aktiv, um nach wissenschaftlichen Standards gefährdete brütende Großvögel zu zählen. Das Team beeindruckte mit einem Ergebnis von 334 gefundenen Horsten. Noch nie wurde in der Mittelgebirgslandschaft von Bebra im Süden bis Stolzhausen im Norden und von Dankerode im Westen bis nach Diemerode im Osten so intensiv gesucht und geforscht.  Im Fokus stand dabei der weltweit gefährdete RotmilanRotmilan Der Rotmilan ist der heimliche Wappenvogel Deutschlands, da hier mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes vorkommen. Er ist nur in Europa zu finden, weshalb wir für den Erhalt dieser Art eine herausragende Verantwortung haben..

Das Team um NI-Länder- und Fachbeirat Arno Werner zählte in dieser Zeit 78 Paare und 50 vom Rotmilan genutzte Horste. Aus diesen Horsten flogen aber nur 76 Jungvögel aus.

Das ist etwa ein Jungvogel pro Paar, ein extrem schlechter Wert. Bei den erfolgreichen 45 Paaren waren es im Mittel 1,7 Jungen – ein zu geringer Wert, um die Population nachhaltig zu sichern. Die Sied­­lungsdichte des Rotmilans im Stölzinger Gebirge lag im Mittel bei 17 Paaren im Jahr und erreicht damit noch einen hessischen Spitzenwert.

Gefährdungen der Rotmilane

Eine Vielzahl von Gefährdungen setzt dem Rotmilan zu. Das Team notierte als Ursachen Nahrungsmangel, Prädatoren, Durchforstungen während der Brutzeit, bewusst zerstörte Nistplätze, abgestürzte Horste und umgefallene Horstbäume. Aber nicht immer waren die Ursachen die zu diesem schlechten Ergebnis führten so eindeutig.

Die Todesrate des streng geschützten Rotmilans durch Kollision an Windenindustrieanlagen ist sehr hoch. Aktuell sind durch Planungen von Windenergie- und Freiflächenphotovoltaik-Anlagen im Stölzinger Gebirge weitere gravierende Einschnitte zu erwarten. Photovoltaik in der freien Landschaft verschlechtert zudem das Nahrungsangebot, weil sie den Boden überdeckt. Greifvögel haben hier nichts mehr zu greifen, laut A. Werner ein großer Schaden für die Biodiversität, der hier für fraglichen Klimaschutz in Kauf genommen wird.

Wildvögel konsequenter schützten

Hessen hat eine große Verantwortung für den Rotmilan, weil die global bedrohte Art in Nordhessen eine hohe Siedlungsdichte hat. Die Ergebnisse der Langzeitstudie des Rotmilanteams machen sehr deutlich, dass es nötig ist, den Rotmilan zu schützen. Ein zwingender Verzicht von weiteren Windenergie- und Freiflächenphotovoltaik-Anlagen ist deshalb unverzichtbar zu Gunsten eines Schutzgebietes. Nur dadurch lassen sich die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie erreichen, nach der bis zum Jahr 2030 dreißig Prozent der Landesfläche einen Schutzstatus haben sollten.

Die Ergebnisse dieses Langzeitmonitorings sollen den Naturschutzbehörden helfen, um die vorgegebenen Schutzziele für die heimischen Wildvögel zu erreichen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom August 2025 müssen alle Mitgliedsstaaten Vögel konsequenter schützen, als sie es derzeit tun. Und zwar alle heimischen Wildvögel, nicht nur die Arten, die besonders selten oder bedroht sind.

Der Rotmilan, eine weltweit gefährdete Greifvogelart, brütet laut dem langjährigen Monitoring der Naturschutzinitiative in einer hohen Dichte im Stölzinger Gebirge.



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