Solarindustriegebiete am falschen Platz beeinträchtigen Schutzgebiete und den Biotopverbund
„Ausgerechnet in der landesweit bedeutsamen geschützten Kulturlandschaft des Nahetals bei Staudernheim, im Naturpark und im landesweiten Biotopverbund, wird ein ca. 15 Hektar großes Solargebiet geplant. Dieses würde einen Gutteil des freien Plateaus zwischen Leinenborn und Staudernheim direkt oberhalb angrenzend an den berühmten Orchideenhang einnehmen. Die
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI) kritisiert daher der Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes“, so
Harry Neumann
Harry Neumann Vorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI)
, Landesvorsitzender der NI.
Eine behauptete Bündelung an die bestehende Eisenbahn, die zur Ermöglichung der Planung führe, sei gar nicht gegeben. „Es liegen hochwertige große
Lebensräume
Lebensräume Wir schützen Lebensräume! Bedrohte Vielfalt schützen und erhalten! zwischen der landschaftseingepassten Eisenbahnlinie im Tal und dem Plateau, welches ein altes Agrarökosystem mit vielen Kontaktbiotopen ist. ‚Allerwelts-Kleinhabitate‘ in Solargebieten wie Blühstreifen und Grünland zwischen den Modulen, können den Verlust der originären Offenlandarten, der landschaftstypischen Biotope nicht kompensieren“, betonte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI.
Großer Landschaftsschaden
Den schweren Landschaftsschaden hebt auch Dr.
Michael Altmoos
Michael Altmoos Dr. Michael Altmoos ist Ökologe und Naturschützer und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der NI an.
hervor, wissenschaftlicher Beirat der NI und Leiter des Museums für Naturschutz in Staudernheim: „Aussagen, man sähe das Plateau von der Talsohle nicht, also wäre es nicht schlimm, sind absurd. Denn sehr wohl prägt das weiträumig die Landschaft. Es bestehen dominante Sichtachsen zwischen dem Plateau und dem nur 1,5 km entfernten mystischem Disibodenberg. Eine Weltklasse-Landschaft würde industriell verspiegelt“, so Michael Altmoos. Es geht auch um Lebensqualität und Tourismus in einem weltweit bedeutenden Ensemble.
Solarindustriegebiete sprießen aus dem Boden
Mit weitem Blick sei zu erkennen, dass auch in dieser Region schon viele Solarindustriegebiete aus dem Boden sprießen. Es drohe jetzt eine weitere Zersiedelung, Obwohl schon jetzt Übermaß vorhanden sei, so die NI. Bestehende Anlagen müssen oft abgeregelt werden, Speicher- und Netzkonzepte hinkten hinterher. Die Energiewende hänge sicher nicht an zusätzlichen Solargebieten an falschen Stellen.
Verlockende Pachteinnahmen
Motiviert werde das Solarindustriegebiet vor allem durch verlockende Pachteinnahmen „Für alles Geld dieser Erde darf kein Flächenbesitzer und keine Kommune ihre naturverbundene viel wertvollere Lebensgrundlage hergeben, schon gar nicht an ökologisch sensiblen Stellen“, so Michael Altmoos und Harry Neumann. Klamme Kassen müssten anders ausgeglichen werden, z.B. durch ohnehin notwendige Strukturreformen, aber niemals durch eine derartige Zerstörung, so die Naturschutzinitiative e.V. (NI).
Standorte ökologisch nicht zu verantworten
Einnahmewünsche seien wohl auch beim „10 ha-Freiflächen-Solarprojekt“ bei Lauschied-Hühnerhof dominant. Denn der dortige Standort sei ebenso wie bei Staudernheim ökologisch besonders fraglich. Direkt am europaweit bedeutenden FFH- und Vogelschutzgebiet, von drei Seiten eingerahmt von Wald, werde abseits von Infrastruktur ein wichtiger Großlebensraum beeinträchtigt. Solche maßlosen Planungen seien nicht akzeptabel, so die NI.
Die Naturschutzinitiative hofft angesichts dieser offen „irrwitzigen“ Planungen noch auf eine Umkehr: „Für Vernunft darf es nie zu spät sein. Natur und Menschen gleichermaßen sind es wert, dass man ‚Weltklasse-Landschaft‘ und wertvolle Lebensräume würdigt, nicht aber zustellt“, betont die NI.
Ansprechpartner:
Photovoltaik gehört auf‘s Dach, nicht auf‘s Land!
Freiflächenphotovoltaik entwickelt sich in Deutschland zum Natur- und Landschaftsfresser Nr. 1, warnt die Naturschutzinitiative e.V. (NI).
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