12.06.2026 - Neuigkeiten

NI reicht Klage gegen Wolfabschuss im Landkreis Uckermark ein

Wolfsfähe mit einem Wolfswelpen – Bild: Ingo Kühl

Jägerschaft verspielt Naturschutz-Ansehen Deutschlands

In Brandenburg/Uckermark sollen die Elterntiere eines Wolfsrudels auch mit Hilfe von Nachtsichtgeräten getötet werden. Das würde auch den Tod der Wolfskinder bedeuten.

„Das wollen wir gerichtlich stoppen, um die erneute Ausrottung des Wolfes zu verhindern. Wenn Jäger Elterntiere und Welpen töten und Politiker die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen, verstehen sie nichts von Wildbiologie, verhalten sich verantwortungslos und verstoßen gegen elementare ethische Prinzipien“, erklärte Gabriele NeumannGabriele Neumann Stv. Vorsitzende der Naturschutzinitiative e.V. (NI), Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren , Projektleiterin Großkarnivoren und stv. Vorsitzende der NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI).

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat gegen die Entscheidung des Landkreises Uckermark (Untere Jagdbehörde), Wölfe aus der Natur zu entnehmen, beim Verwaltungsgericht Potsdam den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, weil in der Uckermark der Weidetierschutz noch unzureichend praktiziert wird. Die Zäune für die weidenden Schafe sind unter anderem nicht hoch genug und können und müssten aufgerüstet werden.

Der Landkreis hat sich für seine Abschussgenehmigung auf eine neue Vorschrift im Bundesjagdgesetz berufen (§ 22d Absatz 3 BJagdG). Diese Vorschrift jedoch ist nach Auffassung der NI fehlerhaft formuliert worden.

Der Gesetzgeber hat nach Auffassung der NI die Vorgaben der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) nicht hinreichend beachtet. Nach der neuen Jagdrechtsvorschrift entfällt nämlich die Prüfung, ob im Einzelfall die bisherigen Schutzzäune aufgerüstet werden könnten.

Mit dem Antrag vom 11.06.2026 auf vorläufigen Rechtsschutz (Antrag auf einen Hängebeschluss) geht es der NI auch darum, auf die fehlerhafte Umsetzung des EU-Rechtes durch das neue Jagdrecht aufmerksam zu machen.

„Kaum ist der Wolf im deutschen Jagdrecht, bricht offensichtlich der Hass durch. Wenn Wolfs-Eltern erschossen werden, sind ihre Jungen zu einem sich über viele Tage hinziehenden quälenden Todeskampf verurteilt. Es entsteht unsägliches Tierleid. Die Welpen warten tagelang auf die mit Nahrung zurückkehrenden Eltern, und tapsen am Ende völlig entkräftet, vor Hunger und Schmerzen wimmernd und suchend umher, bevor sie qualvoll verhungern und sterben“, erklärte Dr. Wolfgang EppleWolfgang Epple Dr. rer. nat. Wolfgang Epple ist Biologe und Autor zahlreicher Bücher, u.a. auch von „Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar“ (2021) und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der NI an. , Ethologe und Wissenschaftlicher BeiratWissenschaftlicher Beirat Dieser Beirat setzt sich zusammen aus renommierten Naturwissenschaftlern und ausgewiesenen Experten auf ihren Fachgebieten. der Naturschutzinitiative e.V..

Epple weiter: „Wenn umgekehrt zukünftig Wolfswelpen getötet werden, sind am Ende auch die fein austarierten Sozialstrukturen einer Wolfspopulation zerstört. Die deutsche Jägerschaft verspielt im Verein mit der sie bedienenden Politik das Naturschutz-Ansehen Deutschlands in der ganzen Welt.“

„Solche das Leben der WildtiereWildtiere Wir schützen Wildtiere! Unser ganzes Herz schlägt für den daseinsbedingten Schutz von Wildtieren. verachtenden Jagdmethoden, auch die Verwendung von Nachtsichtgeräten, münden in einem gezielten Vernichtungsfeldzug gegen die Wölfe. Es ist ein erschreckender ethischer Niedergang. Die Jägerschaft kann sich zukünftig nicht mehr anmaßen, im Umgang mit Wildtieren von Waidgerechtigkeit oder gar Tierwohl zu sprechen“, betonten Dr. Wolfgang Epple und Gabriele Neumann.

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