Weißstörche im Westerwald unterwegs
Derzeit können Trupps von ca. 20 Weißstörchen im Westerwald beobachtet werden. Die Größen können tagesweise variieren und betragen derzeit zwischen 4 bis 26 Individuen.
Die Beobachtung spiegelt nach Auskunft von Dipl. Biologe
Immo Vollmer
Immo Vollmer Dipl.-Biologe und seit 2018 Naturschutzreferent der NI
, Naturschutzreferent der
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI), die positive Bestandsentwicklung beim
Weißstorch
Weißstorch Der sehr auffällige, jedoch wenig scheue „Klapperstorch“ ist in der Folklore der Menschen fest verwurzelt. Wohl jeder kennt das Bild von ihm mit einem Kinde in einem Tuch, das er mit dem Schnabel hält. wider. „Derzeit können in den Trupps neben erwachsenen Vögeln auch schon diesjährige flügge Jungvögel ausgemacht werden. Ein markantes Kennzeichen des Weißstorchs, sein roter Schnabel, bildet sich erst nach dem Flügge werden heraus. Die Nestlinge hingegen haben noch schwarze Schnäbel. Derzeit sieht man Tiere, die einen überwiegend schon rötlichen Schnabel mit schwarzer Spitze haben“, so Immo Vollmer.
Die derzeit zu beobachtenden Störche sind aber nicht die Tiere, die im Westerwald erbrütet wurden, sondern sie kommen von weiter her. Mit der im Westerwald verbreiteten Wiesennutzung besteht ein Anreiz für Nichtbrüter und Brutabbrecher, eine besonders nach Mahdereignissen ergiebige Nahrungsquelle aus verunglückten Kleintieren oder den zahlreichen Heuschrecken und Käfern zu nutzen.
Der Weißstorch profitiert vom Klimawandel
Im Unterschied zu früheren Zeiten, wo Jungstörche relativ kurz vor dem Abflug in die Winterquartiere Ende Juli bis Mitte August flügge wurden, passiere das nun schon öfters einen Monat früher. „Der Weißstorch profitiert vom Klimawandel, da er das nun früher beginnende Vegetationsjahr gut ausnutzen kann. Das machte auch eine Verkürzung der Zugwege auf der Westroute möglich. Die Tiere fliegen oft nicht mehr den gefahrvollen Weg in die afrikanischen Winterquartiere südlich der Sahara, sondern bleiben in Spanien und Südfrankreich“, so Immo Vollmer. Entsprechend hätten diese Störche im Sommer mehr Zeit, zu Kräften zu kommen. Sie könnten sich, so die NI, umschauen und im neuen Jahr früher zurückkehren, als die, die über die Türkei und Israel nach Ostafrika flögen. Das sind wichtige Gründe, warum sich die Weißstörche in Deutschland wieder stark vermehren konnten, nachdem diese Mitte der 80-er Jahre kurz vor dem Verschwinden standen.
Das Bild des sich auf einem Heuballen streckenden Storches zeigt ein interessantes Verhalten der Störche. Sie schmieren sich ihre Beine besonders in heißen Jahreszeiten mit ihrem Kot als Sonnenschutzmittel ein. Mit der weißen Farbe im Vogelkot, der Harnsäure, wird die Lichtreflexion erhöht. Weiß- und Schwarzstörche zeigen dieses Verhalten bei heißen Temperaturen und hoher Lichtintensität. Das machen auch schon die Jungen im Nest, da dieses meist sehr exponiert der Sonne ausgesetzt ist.
Ansprechpartner:
Weißstörche – Symbole des Glücks
Die Storcheneltern im niederbayerischen Aussernzell/Deggendorf verdienen einen Orden für allerbeste Sorge für ihre Kinder! Im fünften Jahr in Folge gibt es Bruterfolg.
Ein Platz für wilde Tiere?
In dieser Publikation stellt der Biologe, Ökologe und Wissenschaftliche Beirat der NI, Dr. rer. nat. Wolfgang Epple, den Wert der Wildnis und ihrer Bewohner in den Fokus. Mit seiner großen Fachkenntnis und Empathie für alles was lebt, erinnert er uns an unsere ethische Verantwortung, die all unserem Tun zu Grunde liegen sollte.
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