03.09.2026 - Pressemitteilung

Wolf Hornisgrinde – Nicht jede Schlagzeile ist schon eine Entscheidung

Wolf (Canis lupus)

Die jüngste Berichterstattung über mögliche weitere Maßnahmen im Umgang mit dem Hornisgrinde-Wolf GW2672m hat (wieder) viele Menschen verunsichert. Das ist verständlich. Begriffe und einzelne Beschreibungen können den Eindruck erwecken, Ablauf und Ergebnis stünden bereits fest. Genau das ist aber nach dem Kenntnisstand der NaturschutzinitiativeÜber die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI) derzeit nicht der Fall.

„Die zuständigen Stellen werden zunächst mit Fachleuten beraten, welche Schritte im konkreten Fall sinnvoll, rechtlich zulässig und tierschutzfachlich vertretbar sind. Noch ist nicht entschieden, wer eine Maßnahme durchführen wird, welche Methode gegebenenfalls zum Einsatz kommt und wie ein konkreter Ablauf aussehen könnte. Zeitungsartikel sollten deshalb nicht als Festlegung verstanden werden. Sie greifen unterschiedliche Informationsstände auf und beschreiben Möglichkeiten, die bei Vergrämungen grundsätzlich denkbar sind.

Dass etwa eine Besenderung schwierig ist oder einzelne Methoden öffentlich als Beispiele genannt werden, bedeutet nicht, dass ihr Einsatz im Fall des Hornisgrinde-Wolfes (GW2672m) bereits beschlossen wäre“, erklärte Alexandra AelzenbergerAlexandra Aelzenberger Alexandra Aelzenberger ist Sprecherin der NI-Regionalgruppe Nordschwarzwald und Mitglied des Naturschutzreferates der Naturschutzinitiative. aus Bühlertal, Sprecherin der Regionalgruppe Nordschwarzwald der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Entscheidend sei: Der Nationalpark könne als Behörde keine Maßnahmen durchführen, die rechtlich oder tierschutzrechtlich nicht zulässig sei. Jede in Betracht kommende Maßnahme müsse zuvor fachlich und rechtlich geprüft werden. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) werde diesen Prozess aufmerksam begleiten und sich dafür einsetzen, dass mögliche Schritte verhältnismäßig, fachlich begründet und tierschutzgerecht ausgestaltet werden.

„Wir sind weiterhin überzeugt, dass von GW2672m keine akute Gefahr für Menschen ausgeht. Er zeigt ein geringes Meideverhalten, doch bisher gibt es keine Hinweise auf aggressives Verhalten. Unser langfristiges Ziel muss deshalb sein, dass wir lernen, mit Wölfen und anderen WildtiereWildtiere Wir schützen Wildtiere! Unser ganzes Herz schlägt für den daseinsbedingten Schutz von Wildtieren.n in unserer Landschaft zu leben – nicht, dass jedes Tier, das sich anders verhält als erwartet, zwangsläufig als untragbar gilt. Natur ist nicht vollständig planbar. Wer sich in ihr bewegt, begegnet immer auch einem gewissen Restrisiko, sei es durch Wildschweine, andere Wildtiere oder auch Hunde“, betonte Gabriele NeumannGabriele Neumann Stv. Vorsitzende der Naturschutzinitiative e.V. (NI), Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren , bundesweite Projektleiterin Großkarnivoren der NI.

„Dieses Ziel lässt sich leider nicht von heute auf morgen durchsetzen. Viele Menschen und Politiker sind nicht bereit, dieses „Restrisiko“ zu akzeptieren oder die Verantwortung mitzutragen, die ein Zusammenleben mit großen Wildtieren verlangt. Sobald Verunsicherung entsteht, wird nach Schutz, klaren Zuständigkeiten und einer verlässlichen Lösung gefragt. Zugleich machen einzelne vermeidbare Verhaltensweisen die Lage schwieriger: wenn Wölfe gezielt aufgesucht oder sogar gefüttert werden, wenn Hunde nicht angeleint sind oder wenn Menschen meinen, selbst eingreifen zu müssen. Dadurch entstehen neue Reize und Begegnungen, deren Folgen niemand zuverlässig vorhersehen kann“, so Alexandra Aelzenberger.

„Das ist für alle, die sich eine echte Koexistenz wünschen, ernüchternd. Denn es bedeutet: Solange die Bereitschaft fehlt, ein begrenztes „Risiko“ gemeinsam zu tragen und verantwortungsvoll mit dem Wolf umzugehen, kann die Gesellschaft auch dem Wolf diesen Lebens-Raum nicht uneingeschränkt geben. Gerade deshalb ist es jetzt so wichtig, dem Hornisgrinde-Wolf, für den sich so viele Menschen einsetzen, die Chance zu geben, seine Nähe zum Menschen wieder zu verlieren. Nicht weil wir ihn für gefährlich halten, sondern weil dies unter den gegenwärtigen Bedingungen der realistischste Weg sein könnte, sein Leben zu schützen und ein dauerhaftes Zusammenleben überhaupt möglich zu machen“, so die NI.

„Wir bitten deshalb darum, die laufende fachliche Klärung nicht durch Annahmen über bereits feststehende Szenarien zu ersetzen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) erwartet von den Behörden und dem Ministerium transparente Beteiligung und Informationen, bevor konkrete Entscheidungen getroffen werden sollen. Bis dahin setzen wir auf fachliche Sorgfalt, klare tierschutzrechtliche Grenzen und darauf, dass auch die Belange dieses Wolfes ernsthaft berücksichtigt werden. Wir werden jedenfalls alles tun, um diesen Wolf und alle anderen zu schützen. Eine Abschussgenehmigung würden wir nicht klaglos hinnehmen. Der Wolf auf der Hornisgrinde ist ein Symbol dafür, wie wir als Menschen mit unseren Mitgeschöpfen umgehen wollen“, so Alexandra Aelzenberger und Gabriele Neumann.



Ansprechpartner:

Alexandra Aelzenberger
Biologielehrerin, Fachbeirätin Natur- und Artenschutz

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Gabriele Neumann
stv. Vorsitzende, Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren

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