Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagt und stoppt Tötung seltener Gänsesäger in Bayern
Die
Naturschutzinitiative
Über die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und bundesweit anerkannter Naturschutzverband. e.V. (NI) hat am 15.09.2026 beim Verwaltungsgericht München Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht, um die Bejagung von
Gänsesäger
Gänsesäger Den Gänsesäger kennen die meisten Menschen nur als scheuen Wintergast. Dabei ist er jedoch oft auf größeren Wasserflächen wie Binnenseen und Ostseeküste ruhend, oder Fische jagend an teils lebhaften Flussstrecken, zu sehen.n zu beenden.
Der Gänsesäger steht in Deutschland und auch im Bundesland Bayern auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. In ganz Deutschland beläuft sich der Bestand der Art auf nur etwa 1000 Brutpaare.
Das Institut für Fischerei als Einrichtung der Bayerischen Landesanstalt für
Landwirtschaft
Landwirtschaft Böden als Kohlenstoffspeicher / Ökologischen Landbau weiter ausbauen (LfL) hatte bereits im Jahr 2020 beschlossen, ein Forschungsprojekt zugunsten der Fischart Äsche zu starten. Im Zusammenhang mit diesem Projekt richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Gänsesäger. Die Behörde sah es als sinnvoll an, die Bestände des Gänsesägers durch Abschuss der Tiere zu reduzieren, um die Bestände der Äsche zu sichern oder gar zu vergrößern.
Im Mai 2022 hatte das Institut für Fischerei bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag auf „Vergrämung“ gestellt. Der Antrag wurde genehmigt und daraufhin wurden bis Mitte 2026 ca. 700 Gänsesäger getötet.
Im August 2026 wurde vom Institut ein erneuter Antrag gestellt, der eine weitere Genehmigung zu Tötungen von Gänsesägern für wiederum fünf Jahre vorsah.
Nach §45 Abs 7 Satz 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen Einzelfallentnahmen zugelassen werden, für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung und Wiederansiedlung usw.
Die NI konnte der Argumentation der bayerischen Behörden nicht folgen. Nach Auffassung der NI war der Forschungszweck illegitim und sinnlos. Neben Gänsesägern gibt es zahlreichere Tierarten, die Äschen fressen, wie z.B. Wels, Hecht, Fischotter, Silberreiher,
Kormoran
Kormoran Wenige Vögel werden so kontrovers und auch emotional behandelt wie der Kormoran. Für Gewässernutzer ist es ein „böser schwarzer fischfressender Vogel“. und weitere. Als zusätzliche Belastung für die Äschenbestände sind Angler einzustufen. Vergrämungsjagden hätten die Auswirkung, dass neben den Gänsesägern sieben Monate lang auch alle anderen an den Flüssen lebenden Tierarten in starke Mitleidenschaft gezogen würden.
Im Verlauf der Recherchen, die von der NI zu diesem Verfahren durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass tausende von aufgezogenen Äschen während der Projektlaufzeit in den Flüssen ausgesetzt wurden. Allein aus diesem Grund ist es unmöglich, aus diesem Forschungsprojekt nachvollziehbare wissenschaftliche Ergebnisse abzuleiten.
Mit Schreiben vom 22.09.2026 teilte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft mit, dass bis zum 31.12.2026 keine Gänsesäger mehr getötet werden und das Forschungsprojekt abgeschlossen ist.
Eine nachvollziehbare Begründung für die Tötungen von Gänsesägern oder ein Ergebnis des Forschungsprojektes hat die Behörde im Rahmen des Klageverfahrens nicht dargelegt.
Da die Behörde die Jagd auf die Gänsesäger von sich aus eingestellt hat, ist eine gerichtliche Entscheidung nicht mehr nötig gewesen.
Wir sind entsetzt, über das Vorgehen der bayerischen Behörden, die eine seltene einheimische Vogelart bejagen lässt, um eine seltene Fischart damit schützen zu wollen. Dass viele bayerische Gewässer viel von ihrer Natürlichkeit durch Staustufen, Begradigungen und andere Eingriffe verloren haben, ist allgemein bekannt. Hier sollte zunächst auf Revitalisierung und Renaturierung gesetzt werden. Wo der Lebensraum eines Gewässers naturnah ist, können sich die Fische auf natürliche Weise den Prädatoren entziehen und sich vermehren“, erklärte
Roland Dilchert
Roland Dilchert Roland Dilchert ist Länder- und Fachbeirat der NI für Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Sprecher der NI für Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
(Fachbeirat Natur- und Artenschutz der NI).
„Abschüsse von Gänsesägern sind nicht geeignet, die Bestände der Fischart Äsche zu stützen. Eine seltene Tierart mit der Begründung zu töten, eine andere Art schützen zu wollen, entbehrt jeglicher Naturethik. Sollte die Regierung von Oberbayern erneut einen Bescheid zur Tötung von Gänsesägern erlassen, werden wir umgehend Klage einreichen“, erklärte
Gabriele Neumann
Gabriele Neumann Stv. Vorsitzende der Naturschutzinitiative e.V. (NI), Projektleiterin Wildkatze und Karnivoren
(stellvertretende Landesvorsitzende der NI).
Ansprechpartner:
Gänsesäger
Den Gänsesäger kennen die meisten Menschen nur als scheuen Wintergast. Dabei ist er jedoch oft auf größeren Wasserflächen wie Binnenseen und Ostseeküste ruhend, oder Fische jagend an teils lebhaften Flussstrecken, zu sehen.
Ein Platz für wilde Tiere?
In dieser Publikation stellt der Biologe, Ökologe und Wissenschaftliche Beirat der NI, Dr. rer. nat. Wolfgang Epple, den Wert der Wildnis und ihrer Bewohner in den Fokus. Mit seiner großen Fachkenntnis und Empathie für alles was lebt, erinnert er uns an unsere ethische Verantwortung, die all unserem Tun zu Grunde liegen sollte.
Die Biodiversitätskrise
Was kann jeder einzelne von uns, was kann jede Stadt und jede Gemeinde zur Erhaltung unserer Lebensgrundlage selbst tun? Machen Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg zu „Mehr Biodiversität wagen“.
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