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21.05.2021

Zum Tag der Artenvielfalt am 22.05.2021

NI fordert mehr Artenschutz und Schutz der Biodiversität

Seidenreiher

Harry Neumann, Vorsitzender der NI:

„Der Erhalt der Arten und funktionierender Ökosysteme sind die zentralen Zukunftsthemen. Die einseitige Ausrichtung auf den ebenfalls wichtigen Klimaschutz verdeckt jedoch die biologische Realität des Artensterbens. Artenvielfalt ist kein Luxusproblem, sondern die Grundlage unseres langfristigen Überlebens, sozusagen unsere Lebensversicherung. Der Erhalt der Biologischen Vielfalt und der Arten ist die größte Herausforderung für das Überleben der Menschheit. Die Ausrichtung des ‚Mainstreams‘ auf nur einen Faktor, den „Klimaschutz“ greift viel zu kurz und erscheint mir ideologisch überhöht. Und wenn unter ‚Klimaschutz‘ nur der Bau von Windindustrieanlagen verstanden wird, kommen wir von einer Katastrophe in das nächste Desaster.“

 

Prof. Dr. Matthias Glaubrecht betonte in seinem Vortrag am 23.04.2021 „Das Ende der Evolution und des Menschen“:

„Während alle vom Klima reden, findet weitgehend unbemerkt ein vom Menschen verursachtes Artensterben statt. Diese „Defaunation“ des Anthropozäns – die Entleerung der Tierwelt in der Menschenzeit – ist der neue Klimawandel und eine weitere große Bedrohung der Menschheit, so die These in dem neu erschienenen Buch „Das Ende der Evolution“. Das indes auch eine Lösung vorschlägt.“ „Auch im Angesicht der Klimakrise darf der Schutz der Lebensräume und der Natur nicht aus dem Blick geraten. Und es wäre fatal, in alter Fortschrittsgläubigkeit und Gottvertrauen – nach der Devise „Es ist noch immer gut gegangen“ – allein auf eine technologische Lösung zu hoffen. Dann wird uns die Biologie einholen.“

 

Dr. Andreas Segerer, Vizedirektor der Zoologischen Staatssammlung München, Wissenschaftlicher Beirat der NI, Präsident der Münchner Entomologischen Gesellschaft e.V.:

„Es herrscht eindeutig mehr als nur „Klimanotstand“! Die Erde befindet sich im Stadium zunehmender anthropogener Degradierung, gleich mehrere planetare Grenzen sind deutlich oder sogar massiv überschritten  Die Umwelt alleine durch Klimaprogramme retten zu wollen, ist also völlig unzureichend und muss scheitern. Das dringende Gebot der Stunde wäre vielmehr, die Probleme im Gesamtkontext zu sehen und anzupacken ‒ Weltökokonferenzen statt Weltklimakonferenzen! Wir haben erhebliche Lebensraumveränderungen zu beklagen. Der heute aber immer stärker werdende Einflussfaktor sind fragwürdige Bemühungen zur „Klimarettung“, die einen enormen Flächendruck auf die Nutzung des ohnehin schon übernutzten Offenlandes ausüben. Ca. 20 Prozent unserer Landwirtschaftsfläche dient inzwischen dem Anbau von Energiepflanzen wie Mais. Solarfelder entstehen auf bislang extensiv genutzten Wiesen. In den Tropen schwinden die Regenwälder in einem noch nie gekannten Tempo für den Anbau von Soja, von Palmöl oder für die Viehzucht.

 

Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI:

„Gesellschaft und Politik müssen endlich aufwachen. Umfassender Naturschutz muss wieder oberste Priorität haben, damit die Ökosysteme durch menschliche Eingriffe nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht geraten.“

„Ein sehr großer Hebel des Handelns oder auch Instrument des Scheiterns stellt die europäische Agrarförderung dar. Hier fordert die Naturschutzinitiative e.V. (NI) die bestehende Agrarförderung der EU so umzubauen, dass diese öffentlichen Gelder ausschließlich für Maßnahmen verwendet werden, die dem Artenrückgang vor allem in unserer Kulturlandschaft entgegenwirken. Alle Agrarsubventionen, die die Biologische Vielfalt zerstören und den Artenschwund weiter beschleunigen, müssen abgeschafft werden. Dazu gehört auch ein flächendeckendes Verbot von Pestiziden wie Neonikotinoide zur Insektenbekämpfung oder das Totalherbizid Glyphosat.“

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